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Moers: Polizei stoppt filmende Raser.

Nächtliche Verfolgungsjagd : Polizei stoppt filmende Raser in Moers

Auf Temporekorde war wohl ein  Mann aus, der auf der Rheinberger Straße mit über 160 km/h fuhr. Sein Beifahrer stellte Tacho-Aufnahmen ins Netz. Nach einer Verfolgungsjagd konnte die Polizei den Wagen aus dem Verkehr ziehen.

Sie waren mit einem hochmotorisierten Auto gefährlich schnell unterwegs, und sie fanden sich dabei wohl auch noch toll: Der Beifahrer filmte die Vollgas-Tour auf der Rheinberger Straße in Moers mit einem Smartphone und und stellte die Aufnahmen ins Internet. Kurz später konnte die Polizei den Wagen samt Fahrer nach einer wilden Verfolgungsjagd aus dem Verkehr ziehen. Den Mann, der am Steuer saß, einen 28 Jahre alten Moerser, erwartet nun ein Strafverfahren. Er hat gleich gegen mehrere Paragrafen verstoßen.

Es war am späten Freitagabend, bereits kurz vor Mitternacht, als der PS-starke Wagen in der Moerser Innenstadt auffiel. Weil er viel zu schnell unterwegs war, machte sich die Besatzung eines Streifenwagens auf, den Boliden zu stoppen. Das war allerdings gar nicht so leicht. Die Streifenwagenbesatzung musste selbst ordentlich Gas geben und bis auf 100 km/h beschleunigen, um den Sichtkontakt zu dem Pkw nicht zu verlieren.

Der flüchtende Autofahrer lenkte sein Fahrzeug schließlich auf die Rheinberger Straße, wo im außerstädtischen Bereich Tempo 70 erlaubt ist. Der verfolgte Wagen wurde jedoch mehr als doppelt so schnell. Die Streifenwagenbesatzung musste jedenfalls bis auf rund 160 km/h beschleunigen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Dabei schalteten die Polizisten Blaulicht und Sirene ein, um auf sich aufmerksam zu machen.

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Die Verfolgungsjagd endete auf dem Gelände einer Tankstelle. Das Auto bog dort ein, der Streifenwagen hinterher. Bei der anschließenden Kontrolle der Insassen stellten die Streifenbeamten fest, dass der Beifahrer kurz zuvor im sozialen Netzwerk Instagram eine „Story“ gepostet hatte. Die mit einem Smartphone gemachten Aufnahmen zeigten, wie das Auto auf der Rheinberger Straße in Richtung Innenstadt fuhr. Dabei wurde der Tachometer des Wagens gefilmt. Dieser zeigte als Höchstgeschwindigkeit 168 km/h an, teilte die Polizei später mit.

Bei der Kontrolle des Fahrers stellte sich dann auch noch heraus, dass 28-Jährige nicht nur im Rausch der Geschwindigkeit war, sondern auch Drogen eingenommen hatte. Zudem hatte auch er Betäubungsmittel bei sich. Erschwerend komme hinzu, dass für den Pkw kein Versicherungsschutz bestand, heißt es im Polizeibericht weiter. Die Polizei stellte den Wagen und das Smartphone, mit dem die Filmaufnahmen gemacht wurde, sicher. Der Fahrer musste seinen Führerschein abgeben und sich einer Blutprobe unterziehen.

Die Polizei wertet den Vorfall als illegales Autorennen. Dabei müsse es nicht notwendigerweise mehrere Teilnehmer geben. In Paragraf 315d, Absatz drei des Strafgesetzbuchs heißt es zum Thema „Verbotene Kraftfahrzeugrennen“: Wer sich im Straßenverkehr als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“.