Pläne für alevitisches Gemeindehaus Wut der Anlieger in Moerser Gewerbegebiet ist groß

Antworten der Verwaltung auf sechs mit der Unternehmerschaft abgestimmte Fragen wurden bei einem Bürgergespräch am Dienstag emotional diskutiert. Die Parkplatzsituation ist ein Hauptproblem.

Der Verkehr ist im Gewerbepark Genend schon heute ein großes Problem.

Der Verkehr ist im Gewerbepark Genend schon heute ein großes Problem.

Foto: Dieker, Klaus (kdi)

Die Pläne für ein alevitisches Gemeindehaus und eine Flüchtlingsunterkunft im Gewerbegebiet Genend bereiten Unternehmern und Anwohnern nach wie vor Sorgen. Für Dienstag hatte die SPD deshalb erneut zu einem Bürgergespräch ein. Antworten der Verwaltung auf sechs mit der Unternehmerschaft abgestimmte Fragen hatten die Ratsmitglieder Ursula Elsenbruch und Konrad Göke mitgebracht. Der Inhalt wurde hochemotional diskutiert.

Laut Stadt ist davon auszugehen, dass das alevitische Kulturzentrum – trotz erfolgreicher Nachbarklage vor dem Verwaltungsgericht – mit einer angepassten Nutzung gebaut werden kann. Dabei sei auch von der Möglichkeit auszugehen, dass die Einrichtung an allen Tagen der Woche genutzt wird, heißt es in der schriftlichen Antwort der Verwaltung auf die Anfragen. Nach Auskunft des Alevitischen Kulturvereins Moers würden derzeit die Bauvorlagen für den Bauantrag erstellt. Geplant sei voraussichtlich weiterhin ein Vereinshaus, in dem Vereinsarbeit, Kinder- und Jugendbetreuung und Hausaufgabenhilfe, Tanz- und Musikkurse, Frauen-, Jugend- und Seniorentreffs sowie religiöse Veranstaltungen zu hohen alevitischen Feiertagen stattfinden sollen. Totenverabschiedungen seien hingegen nicht mehr beabsichtigt.

Vor allem die künftige Verkehrs- und Parksituation im Zusammenspiel mit Veranstaltungen der benachbarten Moscheegemeinde beschäftigt die Anlieger. „Bei dem Zorn, den wir bei der Versammlung erlebt haben, stellt sich mir die Frage, ob man sich im Rahmen einer ,Felduntersuchung‘ zur Ansiedlung des alevitischen Kulturzentrums von Seiten der Verwaltung das Umfeld angeschaut hat“, sagt Göke. „Wurden die Anwohnerschaft die Unternehmen informiert? Wurde ihre Interessen aufgenommen und vorausschauend überlegt, wie dort ein gedeihliches, positives nachbarschaftliches Miteinander organisiert werden kann?“

Belegt werden konnte laut Göke, dass schon jetzt – insbesondere im Zeitfenster der Freitagsgebete in der Moschee von 13 bis 15 Uhr – die Zufahrt zu den Betrieben nur eingeschränkt bis teilweise gar nicht mehr möglich ist. „Es liegt auf der Hand, dass sich diese Problematik mit der Ansiedlung des alevitischen Kulturzentrums potenzieren wird“, sagt der Sozialdemokrat.

Besonders problematisch ist aus Sicht der Anwohner in diesem Zusammenhang vor allem die Option, dass im alevitischen Kulturzentrum Veranstaltungen durchgängig an sieben Tagen pro Woche von 6 bis 22 Uhr zu erlaubt werden. Die Moscheegemeinde und die alevitische Gemeinde wolle er deshalb an einen Tisch holen, sagt Göke. Ziel sei es, dass beide Gemeinden ihre Veranstaltungen koordinieren, um die Parksituation zu entschärfen.

(juha)
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