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Moers: Parkschein-Ärger auf Discounter-Parkplatz

Diskussionen in Moers um neue Ticketautomaten : Parkschein-Ärger auf Discounter-Parkplatz

Auf dem Aldi-Parkplatz an der Uerdinger Straße herrscht jetzt Parkscheinpflicht.

Für Supermarktkunden kommt es künftig drauf an, auf welcher Seite sie stehen, jedenfalls, wenn es um den Parkplatz zwischen Aldi Süd und Rewe an der Uerdinger Straße geht. Dort müssen Autofahrer jetzt richtig gut aufpassen, ansonsten droht ihnen Knöllchen-Ärger. Das Problem: Auf der Rewe-Seite ist kostenloses Parken nur mit Parkscheibe und maximal zwei Stunden lang erlaubt; auf der Aldi-Seite muss seit vergangener Woche ein (Gratis-)Parkschein gezogen werden. Eine Stunde lang dürfen Kunden damit während der Ladenöffnungszeiten auf der zur Aldi-Seite stehen, darüber hinaus kostet jede angefangenen Stunde zwei Euro. Für das Parken ohne Parkschein fallen laut Beschilderung mindestens 20 Euro an, der Ticketautomat akzeptiert ausschließlich Münzen und wechselt nicht. Im sozialen Netzwerk Facebook hat das für Diskussionen gesorgt. „Abzocke!“, schimpfen die einen, „verständliche Reaktion“, sagen die anderen.

Fakt ist: Bundesweit lassen Handelsketten wie Aldi, Edeka oder Rewe ihre Parkplätze immer häufiger durch private Dienstleister überwachen. Ob böswillige Dauerparker oder Vergessliche – sie müssen mit Sanktionen rechnen. Aus Sicht der Händler geht es an manchen Standorten gar nicht anders.

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„Rewe möchte den Kunden grundsätzlich frei zugängliche Parkflächen für den Einkauf anbieten“, teilt das Unternehmen aus Dortmund auf Anfrage unserer Redaktion mit. Angesichts zunehmender Parkraumnot und Parkplatzbewirtschaftung im öffentlichen Raum von Städten seien Parkplatzregelungen per Parkscheibe und deren Überwachung auf Supermarktparkflächen gang und gäbe geworden. „Ohne diese gäbe es zwangsläufig massive und andauernde Probleme mit Dauerparkern, die entsprechende Kundenbeschwerden nach sich ziehen oder aber dazu führen, dass Kunden die entsprechenden Märkte meiden. Für den Rewe-Markt an der Uerdinger Straße 55-63 in Moers haben wir bis dato gute Erfahrungen mit der gegenwärtigen Regelung gemacht.“

Dass der Parkraumbedarf an der Uerdinger Straße, in unmittelbarer Nähe unter anderem zum St.-Josef-Krankenhaus, zum Mercator-Berufskolleg und zur Heinrich-Pattberg-Realschule groß ist, ist bekannt. Auch der Edeka-Markt ein Stück weiter die Straße runter hat bereits vor einiger Zeit eine private Parkraumbewirtschaftung eingeführt. Unter Juristen unstreitig ist auch: Im Grundsatz dürfen die Händler dafür sorgen, dass ihre Parkflächen für Kunden frei bleiben. Das Bewirtschaften des Parkraums sei ein legitimes Interesse des Eigentümers, heißt es. Schließlich hat er in die Herstellung der Parkplätze investiert.

Wer auf den Parkplatz fährt, tritt also in eine Art vertragliche Beziehung mit dem Grundstückseigentümer. Beim „Knöllchen“ handelt es sich nicht um ein Bußgeld, sondern um eine privatrechtliche Vertragsstrafe. Maximilian Schlereth von der Parkraum-Management PRM GmbH, die jetzt den Aldi Süd-Parkplatz an der Uerdinger Straße betreibt, spricht von einem „erhöhten Nutzungsentgelt“. „Die Höhe bemisst sich in der Regel danach, was die Städte an Bußgeldern verlangen“, sagt der Geschäftsführer. Das kann von Standort zu Standort unterschiedlich sein, wir achten auf die Verhältnismäßigkeit und schauen, wie hoch wir gehen müssen.“ In Härtefällen, betont Schlereth, sei PRM aber auch immer entgegenkommend. „Wenn ein Kunde mit dem Kassenzettel oder auf andere Weise nachweisen kann, dass er eingekauft hat, sind wir kulant.“