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Moers: Obdachloser Michael Garske beigesetzt

Wunsch von Freunden und Bekannten erfüllt : Obdachloser Michael Garske in Moers beigesetzt

Ursprünglich sollte die Asche des Moersers in einem Friedwald in Venlo verstreut werden. Ehrenamtler hatte Spenden für die Urnen-Bestattung gesammelt. Dabei war es zu Missverständnissen mit gekommen.

Der Fall des obdachlosen Michael Garske, der im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten starb, hat ein versöhnliches Ende gefunden. Am Mittwoch wurde der 54-Jährige, den viele Moerser kannten, weil er sich oft im Rosengarten oder im Buswartehäuschen am Königlichen Hof aufhielt, auf dem Hauptfriedhof in Hülsdonk beigesetzt. Freunde und Bekannte hatten sich öffentlich dafür eingesetzt, dass Garske in der Grafenstadt beerdigt wird.

Ursprünglich sollte die Asche des Moersers in einem Friedwald in Venlo verstreut werden. Eine private Gruppe, die sich ehrenamtlich um Menschen kümmert, die in Moers auf der Straße leben, hatte Spenden für die Urnen-Bestattung gesammelt und die Bestattungsfürsorge von der Stadt übernommen. Dabei war es zwischen Stadtverwaltung und Ehrenamtlern zu Missverständnissen gekommen, die bei einem Gespräch mit Bürgermeister Christoph Fleischhauer und Pfarrer Herbert Werth von der Kirchengemeinde St. Josef Moers ausgeräumt werden konnten.

Die Stadt Moers, heißt es, wolle künftig in Fällen sogenannter ordnungsbehördlicher Bestattungen, die für Menschen ohne Angehörige durchgeführt werden müssen, die Kirchengemeinden und die ehrenamtlich Tätigen einbinden. So soll den Verstorbenen ein noch würdigerer Abschied ermöglicht werden. Wer für Bedürftige, vor allem für Obdachlose, in Moers spenden möchte, kann dies bei der Pfarrgemeinde St. Josef tun.

„In Moers wird, Gott sei Dank, seit vielen Jahren schon kein Mensch ,unwürdig’ und ohne Begleitung beigesetzt – egal ob Nichtsesshafte, Vereinsamte oder Drogentote ohne Angehörige“, betont an dieser Stelle Pfarrerin Anke Prumbaum von der Evangelischen Kirchengemeinde Moers. „Die vom Ordnungsamt veranlassten Beisetzungen finden auf dem Friedhof Lohmannsheide circa alle zwei Monate statt. Bis zu neun Urnen werden dort in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt und jedes Mal werden sie von mir als Pfarrerin begleitet.“

So gebe es zu den Beisetzungen einen kleinen liturgischen Rahmen, einen würdevollen Gang zum Grab, wo die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen vorgelesen werden, sagt die Pfarrerin. „Ich habe in all den Jahren niemals erlebt, dass kein Angehöriger, Freunde und der Verwandte anwesend waren. Immer finden sich Weggefährten ein, die von den Verstorbenen erzählen. Zusammenfassend und mit Blick auf die Diskussion um die Asche von Micha möchte ich sagen, dass ich die offiziellen Regelungen in Moers für gut und würdevoll halte.“