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Moers: NKM setzt auf Musikpraxis aus der Barockzeit

Konzert in Moers : NKM setzt auf Musikpraxis aus der Barockzeit

Das Niederrheinische Kammerorchester gab im Kulturzentrum Rheinkamp sein Herbstkonzert. Mit dem allseits bekannten fanfarenhaften Einleitungsgedanken des ersten Satzes von Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ erspielten sich Dirigent und sein Orchester schnell die Sympathien des aufmerksamen Publikums.

Nach einem Jahr Abstinenz gastierte am Sonntagabend im Rahmen der städtischen Konzerte das Niederrheinische Kammerorchester Moers mit seinem traditionellen Herbstkonzert im Kulturzentrum Rheinkamp. Stand 2020 der 250. Geburtstag Beethovens im Mittelpunkt des Musikprogramms, waren es diesmal Stücke, die auf Traditionen der Musikpraxis aus der Barockzeit basieren.

So eröffnete „ein Klassiker der Klassiker“, wie es Dirigent Michael Preiser in seiner Begrüßung formulierte, den gut einstündigen Konzertabend: Mit dem allseits bekannten fanfarenhaften Einleitungsgedanken des ersten Satzes von Wolfgang Amadeus Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ (1787) erspielten sich er und sein Orchester überaus schnell die Sympathien des aufmerksamen Publikums. Äußerst einfühlsam arbeiteten sie sich gemeinsam durch die weiteren Sätze Romanza, Menuetto und Rondo und brannten vor allem im Schlusssatz ein regelrechtes Serenaden-Feuerwerk ab. Fast 150 Jahre nach jener „Nachtmusik“ schuf der italienische Komponist Ottorino Respighi „ein in jeglicher Hinsicht ungewöhnliches Stück“ (Preiser): das „Concerto a Cinque“ (1933). Denn zur orchestralen Streicherbesetzung kommen noch fünf Solo-Instrumente hinzu, nämlich Oboe (gespielt von Saskia Buxbaum), Trompete (Cyrill Gussaroff), Violine (Maxim Diordiev), Kontrabass (Rüdiger Gönnert) und Klavier (Catherine Klipfel), und sorgen mit derart seltener und eigenwilliger Zusammensetzung für eine barocke Instrumentierung des viersätzigen Werkes. Fast durchgängig findet ein musikalisches Wechselspiel von Fragen und Antworten zwischen Solo und Tutti als auch zwischen den fünf Soli untereinander, teils in Verbindung mit dem Orchester, statt. Es war schon recht eindrucksvoll und hörenswert zugleich, wie der Klangkörper und die Solisten unter dem Dirigat Preisers diese Herausforderung annahmen und meisterten.

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Wie eine Art Meditation kam dagegen zwischen diesen beiden Werken die Komposition „Summa“ (1990) von Arvo Pärt daher. Sie sei eine Musik zum Eintauchen beschrieb Preiser das kurze Stück. Und in der Tat verbreitete das warme Klangbild mit seinen variantenreichen Motivwiederholungen wahrhaftige Entspannung und in seinen Schlussakkorden einen Hauch von geruhsamer Unendlichkeit.

Das nächste Konzert der Stadt Moers ist am 12. November um 19.30 Uhr im Kammermusiksaal des Martinstifts. Unter dem Titel „La France – Duo MOS. Der Zauber Frankreichs“ sind Werke unter anderen von Claude Debussy, Francois Poulenc, Cäsar Franck und Maurice Ravel zu hören. Solisten des Abends sind Natalia Demina (Violine) und Olga Andryushchenko (Klavier).