Moers: Neuer Pächter für die "Neue Mühle" gesucht

Gastronomie vor Ort : Gesucht: Neuer Pächter für „Neue Mühle“

Seit Anfang Dezember ist die Neue Mühle in Kapellen geschlossen. Die Brauerei Krombacher sucht einen Nachfolger für das Restaurant.

Die Neue Mühle in Kapellen macht derzeit einen eher traurigen Eindruck. Die Jalousien sind geschlossen, die Vorhänge zu. Im Inneren sind die Tische eingedeckt, so als wenn gleich die Gäste kommen würden, um in geselligen Runden den Abend zu erleben. Doch Gäste fehlen schon seit einigen Wochen. Gesellschaften, die dort ihre Feste feiern wollten, mussten sich notgedrungen kurzfristig eine andere Lokalität suchen. Schlecht scheint es es bei den Besitzern von Gutscheinen auszusehen. Ein Hinweisschild informiert Gäste darüber, dass das Restaurant „heute“ betriebsbedingt „geschlossen bleibt.“

Die Schließung kam für viele überraschend. Seit dem 12. Dezember meldet das Amtsgericht Kleve die Insolvenz des Pächters Andreas Michel in seinen Bekanntmachungen. Angetreten war der Hotelökonom nach umfangreichen Umbauten der Neue Mühle im Herbst 2018 mit seinem Geschäftsführer Jürgen Stachels. Michel hatte in internationalen Vier- und Fünf-Sterne-Häusern gearbeitet. Als Koch und Hotelfachmann hatte auch Stachels die Welt bereist und in internationalen Gourmetrestaurants gearbeitet. Von der Schweiz, Korea, Malaysia bis nach Frankreich und England. Beide hatten wenig später die „höchste Interpretation der Landhausküche“ angekündigt und in Kapellen den Sprung vom Landgasthof zum Restaurant mit gehobener Küche angetreten. Mit in die Mannschaft gehörte damals Thomas Manschke, der bei Sterne-Koch Nelson Müller gekocht hatte. Restaurantleiter und Sommelier Mirco Sasker komplettierte das Team. Das Gastro-Duo Michel und Stachels schlugen mit ihrem Konzept ein neues Kapitel im Gasthof Neue Mühle auf. Er war bis dato beliebtes Ziel von Radlern, Biergartenbesuchern und anderen Genussmenschen. Nun sucht die Brauerei Krombacher möglichst schnell eine Nachfolge, wie Daniel Cargnino, Gebietsleitung Mieten/Pachten, betont. „Wir glauben an das hohe Potential des Lokals.“

Schon jetzt hätten sich einige Interessenten gemeldet, die das Lokal weiterführen wollen. Erste Gespräche liefen. „Dieses Interesse gibt uns recht. Es kommt allerdings auf das Konzept an. Wir glauben, dass ein neuer Betreiber an dem Standort glücklich werden kann und auch sein Geld verdienen wird“, so Cargnino. Dass derzeit die Gastronomie im Umschwung ist, bestätigt er im RP-Gespräch. Systemgastronomie sei weiter auf dem Vormarsch und dränge die Individualgastronomie weiter an den Rand. „Eine allgemeine Entwicklung in unserer Branche, die die Lage nicht einfacher macht. Hinzu kommt aktuell die Aufgabe von alteingesessenen Lokalen aus Altersgründen. Eine ganze Generation verabschiedet sich“, so Cargnino. Allein in Wesel habe es im Innenstadtbereich drei Schließungen kurz nacheinander gegeben. Fachkräftemangel und fehlende Nachfolge bestimmten mit die Branche.

So auch die Situation rund um Neukirchen-Vluyn. Ernst Deselaers hat zum Jahresende „Die Landschänke zur Grenze“ aus Altersgründen geschlossen und beendete die 150-jährige Familiengeschichte des Hauses. Eine Nachfolge schlug fehl. Deselaers bleibt aber auf der Suche. Der Averdunkshof in Neukirchen ist ebenfalls geschlossen.