Moers: Neue Bahnlinie RB44 soll Entlastung für Pendler bringen

Start zum Ende des Jahres : Neue RB44 soll Entlastung bringen

Mit dem Start einer neuen Nordwestbahn-Linie Ende des Jahres sollen Züge künftig drei- bis viermal pro Stunde von Moers nach Duisburg fahren. Die Niag will den Schienenersatzverkehr garantieren.

Was für Autofahrer die A 40 ist, ist für Bahn-Pendler die Zugstrecke Xanten-Moers-Duisburg: ein ewiges Ärgernis. Zu spät und zu voll sind die Züge – wenn sie denn überhaupt fahren. Seit Ende vergangenen Jahres kündigt die Nordwestbahn nahezu wöchentlich kurzfristige Ausfälle der Regionalbahn 31 an. Der Grund: Personalmangel – das Unternehmen hat nicht ausreichend (gesunde) Lokführer. Oftmals gibt noch nicht einmal Schienenersatzverkehr. Zumindest Letzteres soll sich kurz- bis mittelfristig ändern. Das jedenfalls verspricht die CDU.

Die Niag wolle künftig stärker mit der Nordwestbahn zusammenarbeiten und habe zugesagt, die Fahrt von Ersatzbussen auch für kurzfristig ausfallende Züge zu garantieren, teilte Frank Berger, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag Wesel und Mitglied der VRR-Verbandsversammlung, bei einem vom Moerser CDU-Fraktionschef Ingo Brohl organisierten Pressetermin zum Thema „Bahnanbindung Moers“ am Montag mit. Die ersten Gespräche seien bereits gelaufen, so Berger. Jetzt müsse das Ganze noch vertraglich geregelt werden.

Eine stärkere Verknüpfung zwischen Nordwestbahn und Niag soll es dem CDU-Kreisfraktionschef zufolge demnächst auch bei der Ausbildung der Lokführer geben. Die Niag bildet in ihrem Ausbildungszentrum auch für andere Unternehmen aus. Der Fachkräftemangel sei zum einen so groß, weil die Branche es in der Vergangenheit verschlafen habe, kontinuierlich auszubilden, sagte Lothar Ebbers vom Fahrgastverband Pro Bahn NRW. Zum anderen sei der Konkurrenzkampf um Personal zwischen Güter- und Personenverkehr groß. „Laut Niag gibt es ohnehin nur sehr wenig Bewerber für diesen Berufszweig gibt“, so Berger. „Wir wissen aber, dass die Ausbildung gut ist. Darauf kann man setzen.“

Fest steht, dass ab Ende des Jahres – mit dem nächsten Fahrplanwechsel – definitiv mehr Züge von Moers nach Duisburg unterwegs sein werden. Das liegt an der Einführung einer neuen Nordwestbahn-Linie, der neuen RB44, die künftig von Montag bis Freitag tagsüber im Stundentakt in Doppeltraktion von Bottrop über Oberhausen und Duisburg bis – sobald möglich – nach Kamp-Lintfort fahren soll. „Die Linie wird Ende des Jahres den Betrieb aufnehmen“, so Ebbers. „Die RB31 ist parallel dazu im Einsatz, das heißt, in der Hauptverkehrszeit fahren drei bis vier Züge von Moers nach Duisburg.“ Details, wie zum Beispiel der Samstagsfahrplan, müssten noch abgestimmt werden. „Auf jeden Fall ist das nicht nur mengenmäßig ein Sprung, sondern auch in Bezug auf die Fahrzeugkapazitäten“, so der „Pro Bahn“-Vertreter.

Für Moers, betonte Ingo Brohl, sei ein guter Bahnanschluss an das Ruhrgebiet und das Rheinland auf jeden Fall wichtig. „Wir sind eine der größten Auspendlerstädte in NRW, und wir haben mit dem Berufsschulcampus ein entscheidendes Projekt vor der Brust. Deshalb werden wir uns darüber unterhalten müssen, wie wir ein verlässliches Bahnangebot schaffen, um die jungen Menschen, insbesondere vor dem Hintergrund des neuen Azubi-Tickets, auf die Schiene zu locken.“

Mehr von RP ONLINE