Moers: Messerstecherei am Bahnhof - ein Mann getötet

Streit eskaliert : Vier Festnahmen nach tödlichen Messerstichen in Moers

Zwei Autos halten in Höhe eines Kiosks an der Homberger Straße. Aus den Fahrzeugen springen mit Baseballschlägern und Messern bewaffnete Männer, die damit auf mehrere Menschen losgehen. So beschreiben Zeugen den Überfall, nun ermittelt eine Mordkommission.

Es ist eine Szene wie aus einem Film, die sich am Samstagabend in unmittelbarer Nähe zum Moerser Bahnhof abspielt: Um kurz vor 20 Uhr hält ein schwarzer Audi in Höhe eines Kiosks. Aus dem Fahrzeug springen mit Baseballschlägern und Messern bewaffnete Männer. Ohne zu zögern gehen sie auf mehrere Personen los, die vor dem Kiosk auf der Straße stehen. Es gibt ein heftiges Handgemenge, laute Schreie sind zu hören. Das Ganze dauert nur ein paar Sekunden. Am Ende liegt ein Mann blutend am Boden. Er stirbt später im Krankenhaus. Mindestens zwei weitere Beteiligte werden verletzt.

Die genauen Tatumstände und Hintergründe sind auch am Sonntagabend noch unklar. Augenzeugen berichten, dass dem Angriff offenbar ein Streit früher am Abend vorausging. So soll der schwarze Audi bereits gegen 18 Uhr vor dem Kiosk gehalten haben: Es kam zu einem Streit zwischen dem späteren Opfer und seiner Begleitung sowie den Personen im Auto. Der schwarze Audi fuhr laut Augenzeuge im Laufe des Streits davon, das spätere Opfer und seine Begleiter hielten sich jedoch weiter in der Nähe des Kiosks auf.

Gegen 20 Uhr tauchte der Audi erneut auf. Dieses Mal saßen mehr Personen im Wagen als zwei Stunden zuvor. Vier Männer sollen laut Augenzeuge ausgestiegen sein. Als sie auf die andere Männergruppe losgingen, hatten sie auch einen Hund dabei. Der Kioskbesitzer und ein Mitarbeiter sollen versucht haben, Erste Hilfe zu leisten und die Wunden des Opfers mit ihren Shirts abzudrücken.

Die Duisburger Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Es seien mehrere Personen festgenommen worden, deren Tatbeteiligung noch geklärt werden müssen, teilen die Ermittler am späten Nachmittag mit. Die Staatsanwaltschaft hat gegen vier Beschuldigte Haftbefehle wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Beteiligung an einer Schlägerei erlassen. Die Männer aus Moers und Duisburg befinden sich nun in Untersuchungshaft, wie die Polizei am Sonntagabend mitteilte. Es sei aufgrund der unübersichtlichen Situation schwierig zu ermitteln, wer von den vier Personen zugestochen habe, heißt es. Deswegen habe man bisher keinen dringenden Tatverdacht gegen eine bestimmte Person festlegen können.

Unmittelbar nach der Tat wurde eine Ringfahndung eingeleitet. Dazu wurden alle verfügbaren Kräfte aus Rheinberg, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Wesel und Duisburg nach Moers beordert, ebenso Teile der Einsatzhundertschaft aus Duisburg. Ein Polizeihubschrauber war im Einsatz und kreiste circa 30 Minuten lang über der Moerser Innenstadt. Im gesamten Stadtgebiet, wie auch in den umliegenden Städten, wurden am Samstagabend Fahrzeuge kontrolliert. Die Homberger Straße, an der sich im Abschnitt rund um den Bahnhof unter anderem Wettbüros und diverse An- und Verkaufgeschäfte angesiedelt haben, gilt als Kriminalitäts-Hotspot in der Moerser Innenstadt. 

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