Moers: „Magic oft the Dance“ war in der Enni-Eventhalle

Irischen Tanzshow : Stepptanz-Feuerwerk zwischen Gut und Böse

„Magic oft the Dance“ war in der Enni-Eventhalle zu Gast.

Liebe, Sehnsucht und Hass sowie die von Hunger und Elend geprägte Geschichte Irlands bilden die Rahmenhandlung einer beeindruckenden irischen Tanzshow namens „Magic oft the Dance“. Am Freitag war sie in der Enni-Eventhalle zu sehen.

Gut zwei Stunden lang präsentierten dort die derzeit besten irischen und amerikanischen Stepptänzer in einer von dem achtfachen Weltmeister des irischen Tanzes John Carey inszenierten neuen Show, was die irische Tanztradition zurzeit zu bieten hat. Und das war nicht nur tänzerisch sehr sehenswert.

Schon zu Beginn der Show schufen von links und rechts auf die Bühne tretende Fackelträger in mönchartigen Kapuzen-Kutten eine fast schon gespenstische Atmosphäre in der eigentlich eher nüchternen Eventhalle, und auch später untermalten auf eine rückwärtige Bühnenleinwand projektierte, blutrote Feuerszenen die Handlung. Die schilderte neben dem Kampf zwischen Gut und Böse vor allem die Geschichte jener irischen, im 20. Jahrhundert durch eine verheerende Kartoffelfäule ausgelöste Auswanderungswelle vieler irischer Bauernfamilien nach Amerika und die damit verbundenen schwierigen Neuanfänge im erhofften gelobten Land. Als tänzerisch-dramaturgischer Aufhänger dafür wurde die Liebe der späteren bekannten Hollywoodlegende Sir Christopher Lee zu einem irischen Mädchen verarbeitet, die natürlich – und das sei hier schon mal vorweg genommen – natürlich ein Happy End hatte. Doch zunächst musste sich das verliebte Paar durch viele tänzerische Szenen retten, in denen den beiden unter anderem ein vampirhafter Teufel in schwarzer Lederkluft und unheilvolle, in Mönchskutten gekleidete Helfer das Leben schwer machten.

Dazu erschienen auf der Projektionsleinwand an der Bühnenrückwand immer wieder Bilder von lodernden Flammen und brennenden keltischen Kreuzen. Doch dann konnte nach einigen dramatischen Niederlagen Liebhaber Lee seinen dämonischen Gegner doch noch in einem furiosen Stepptanz besiegen und seine silberberockte Liebe schließlich unter dem tänzerischen Jubel seiner Landsleute zum Traualtar führen.

Fazit: Eine Show, der es auf eine wahrhaft kurzweilige Art  gelingt, die geschichtliche Vergangenheit des irischen Volkes und seine tänzerische Tradition eindrucksvoll miteinander zu kombinieren.

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