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Moers: Lokaler Handel bekommt eigen Online-Plattform

Pilotprojekt in Moers : Handel bekommt eigene Online-Plattform

Das Geschäft im Internet wächst, die Innenstadt leidet. Moers steuert jetzt gegen und hat eine preiswerte Onlineplattform für alle Geschäftsleute entwickelt. Dort können sie ihre Waren demnächst anbieten.

Es soll eine Art „Moersbook plus“ werden: ein lokaler Online-Marktplatz, eine Einkaufsstraße im Netz, die für Einzelhändler, Unternehmen und Kunden zugleich auch  Kommunikations- und Informationsplattform ist. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft hat die Moers Marketing GmbH so eine „Fläche“ im Netz entwickelt. Bis zum Sommer soll sie an den Start gehen – als Pilotprojekt, das sich später unproblematisch auf jede andere Stadt übertragen lässt.

„An dem Projekt sind unter anderem das Institut der deutschen Wirtschaft und das Fraunhofer-Institut beteiligt, finanziert wird es über private Investitionen“, sagt „Moers Marketing“-Chef Michael Birr. „Was wir schaffen wollen, soll keine Insellösung für Moers sein, die nirgendwo sonst kompatibel ist. Aber wir brauchen etwas, das zu unserer Stadt passt.“

Am Ende geht es vor allem um die Digitalisierung des Moerser Einzelhandels, denn dem macht der Online-Handel gewaltig zu schaffen. Unschlagbar günstige Preise, eine riesige Auswahl und kostenfreie Lieferung bis vor die Haustür: So sieht sie aus, die schöne neue Welt des Internets. Viele kleine, Inhaber-geführte Geschäfte können da nicht mithalten, manche wollen oder brauchen es nicht.

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Wie groß der Wunsch nach einer lokalen Online-Handelsplattform vor Ort tatsächlich ist, will Cristin Giesen  herausfinden. Die Moerserin studiert an der Fontys International Business School in Venlo Internationales Marketing und hat in den vergangenen zwei Tagen im Auftrag von Moers Marketing 74 Einzelhändler in der Moerser Innenstadt zum Thema „Digitalisierung und Internet“ befragt. Dabei ging es um Frage wie: Wer hat bereits einen eigenen Online-Shop, ist bei Amazon vertreten, mach Werbung über Facebook oder Instagram?

Die Ergebnisse sollen repräsentativ sein und nicht nur in Giesens Bachelor-Arbeit einfließen, sondern auch beim Bewerben des neuen Angebots helfen. „Wir wollen wissen, wie der Moerser Einzelhandel diesbezüglich tickt, und wir haben hier eine Erhebung mit wissenschaftlichem Anspruch“, sagt Birr.

Das Ziel ist klar definiert:  Eine vorzeigbare und gut handhabbare  digitale Lösung schaffen, mit der sich die Grafenstadt gegen die wachsende Internetkonkurrenz wappnen kann. Auch Dienstleister – von Ärzten über Apotheker bis hin zu Änderungsschneidern – könnten sich über die Plattform vernetzen und für sich werben, sagt Birr. „Ich kann mich als Privatperson oder als Unternehmen einloggen. Unternehmen zahlen einen geringen monatlichen Beitrag, dafür bekommen sie eine komplette digitale Infrastruktur zur Verfügung gestellt, die wirklich einfach zu handhaben ist und – was den Datenschutz betrifft – deutschen Standards unterliegt. Eine juristische Beratung ist ebenfalls inklusive.“

Rein rechtlich gesehen agiert Moers Marketing denn auch nicht als Betreiberin der Plattform. Vielmehr gehört Birr zum Entwickler-Team. „Wie das Ganze am Ende mit Leben gefüllt wird, ist den Moersern überlassen“, sagt er.