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Moers lehnt die Deponie Lohmannsheide weiter ab

Lohmannsheide in Baerl : Moers lehnt Deponie weiter ab

Die Stadt macht sich Sorgen um das Trinkwasser und ist der Auffassung, dass gar keine alternative Standortprüfung stattgefunden hat. Am Montag ist Erörterungstermin.

Mit zwei Fachbereichsleitern und einem Juristen wird die Stadtverwaltung Moers am 25.Oktober beim Erörterungstermin zur geplanten Deponie auf der Bergehalde Lohmannsheide in Baerl – unmittelbar an der Stadtgrenze zu Moers – dabei sein. Das teilte Stadtsprecher Klaus Janczyk auf Anfrage der Redaktion mit. Wie berichtet plant die DAH1, dort in großem Umfang mineralische Abfälle zu deponieren. Der Erörterungstermin in der Enni-Eventhalle, an der neben den beteiligten Behörden auch Betroffene dabei sind, die Einwendungen gegen das Vorhaben eingebracht haben, ist nichtöffentlich.

Die Halde wurde in den 1980er Jahren als Bergehalde genutzt, nachdem sie während und nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1978 unter anderem als Deponie für Schlacken und Industrieabfälle gedient hatte. Der Moerser Stadtrat hatte deshalb bereits Ende 2018 einen in der Bezirksvertretung Homberg, Ruhrort, Baerl einstimmig beschlossen Antrag in Form einer von allen Fraktionen unterzeichneten Resolution unterstützt. Probleme sehen Politik und Verwaltung neben der Verkehrssituation vor allem darin, dass der Druck von Millionen Tonnen Material der Deponie den kontaminierten Untergrund der Halde in die Ströme des Grundwassers presst. Dabei könnten Giftstoffe freigesetzt werden. Auch das Trinkwasserschutzgebiet „Binsheimer Feld“, das im Ernstfall der Moerser Bevölkerung als Reserve-Vorkommen dient, sieht die Stadt als gefährdet. Es befindet sich in nur 700 Metern Entfernung zu der geplanten Deponie. „Wir sind zudem der Auffassung, dass seitens DAH1 keine alternative Prüfung in Bezug auf einen möglichen anderen Standort stattgefunden hat“, sagt Janczyk. Unterdessen haben sich die Ortsgruppen Moers und Duisburg des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ebenfalls geäußert und ihre Kritik an dem Vorhaben bekräftigt. Der BUND fordert von der Bezirksregierung, die Genehmigung zu verweigern und den Grundwasserschutz in den Mittelpunkt zu stellen.

(mtm)