1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Moers: Landtagskandidat will Zeichen gegen den Krieg setzen.

Landtagskandidat in Moers und Neukirchen-Vluyn : Politiker lässt Schüler Zeichen gegen den Krieg setzen

Der SPD-Landtagskandidat Ibrahim Yetim verzichtet auf einen Teil der Werbebanner, die Wahlkampf an Straßenrändern stehen sollten. Die Flächen sollen statt dessen von Kindern und Jugendlichen mit Texten und Bildern zum Ukraine-Krieg gestaltet werden.

In der Ukraine sterben Menschen, Putin droht mit Atomwaffen und bei uns läuft stinknormaler Landtags-Wahlkampf? „Das ist für mich schwer“, sagte am Donnerstag Ibrahim Yetim, der Kandidat der SPD für Moers und Neukirchen-Vluyn. Er will deshalb auf einen Teil seiner Wahlwerbung verzichten: 20 von insgesamt 40 Yetim-Werbebannern, die in Moers und Neukirchen-Vluyn stehen sollten, stellt Yetim Schülern und Schülerinnen zur Verfügung. Sie dürfen die weißen, mit den ukrainischen Nationalfarben Blau-Gelb umrandeten Flächen mit Bildern und Texten zum Ukraine-Krieg versehen. Die so gestalteten Banner werden ab dem 28. März anstelle der Wahlwerbung an den Straßenrändern aufgestellt.

„Viele Kinder und Jugendliche haben Ängste und Sorgen, wissen aber nicht, wie sie damit umgehen sollen“, sagte Ibrahim Yetim. Er möchte den Schülern Gelegenheit geben, ihre Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Der Politiker selbst will sich dabei strikt raushalten. „Da wird nirgendwo der Name Yetim draufstehen, auch nicht klein.“ Die Federführung hat Yetim in die Hände des Vereins „Erinnern für die Zukunft“ gelegt. „Wir haben die Idee dankbar aufgegriffen“, sagte der Vereinsvorsitzende Ulrich Hecker. „Auch an uns treten Lehrer und Schüler heran. Wir helfen ihnen, ihre Hilfslosigkeit in etwas Sinnvolles umzuwandeln.“ Die Sparkasse am Niederrhein unterstützt die Aktion. „Die Idee ist phantastisch. Es ist wichtig, in dieser schwierigen Zeit Haltung zu zeigen“, sagte Vorstandschef Giovanni Malaponti.

  • MO Ökumenisches Friedensgebet in der St.-Josefs-Kirche
    Ökumenische Andacht in Moers : Gebet und Gesang für den Frieden
  • So voll wie bei der Friedensdemo
    „Wir glauben an den Frieden“ : 2000 Schüler ziehen durch die Weseler Innenstadt
  • Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag
    Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen : Landet Putin vor dem Strafgerichtshof?

Schüler der weiterführenden Schulen in Moers und Neukirchen-Vluyn dürfen mitmachen. Lehrer können bis zum 11. März ganze Schulklassen oder Projektgruppen anmelden, Kontakt: ulrich.hecker@gmail.com. Anschließend werden die Banner ausgeliefert. Sollten es mehr als 20 Interessenten geben, will Ibrahim Yetim auf weitere Werbebanner verzichten. „Ich stehe im Wort“, sagte er.