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Moers: Kulturraum Niederrhein will Bündnis für Kultur und Klima.

Tagung in Moers : Kulturraum Niederrhein will Bündnis für Kultur und Klima

Der Niederrhein setzt sich als erste Kulturregion in NRW mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz auseinander. Bei der Regionalkonferenz in Moers zeigte der Kulturraum Niederrhein auf, wie wichtig Kunst und Musik im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformationsprozess sind.

Norbert Krause erzählte in Moers, wie er mit Kindern, die orange und weiße Ballons hielten, vor einer Schule die Anhaltewege zwei Autos nachstellte, von denen das eine mit 30 Kilometern pro Stunde unterwegs ist und das andere mit 50. „Das Auto mit 30 steht nach 14 Metern“, sagte der Künstler und Mobilitätsgestalter, wie er sich nennt, und zeigte Bilder dieser Aktion. „Beim Auto mit 50 endet nach 14 Meter die Reaktionszeit. Wäre ein Kind auf der Straße, würde es ungebremst hineinfahren. Mit dieser Ballonaktion lässt anschaulich zeigen, wie wichtig Tempo 30 ist.“

Der Kulturraum Niederrhein thematisierte am Freitag bei seiner Regionalkonferenz nicht Kultur, Kunst oder Musik, als er zu Gesprächsrunden und Theatereinlagen, Musikdarbietungen und Austausch einlud, sondern die Nachhaltigkeit. Bei seiner Regionalkonferenz in der Enni-Eventhalle thematisierte er nicht Kultur, Kunst oder Musik, als er zu Gesprächsrunden und Theatereinlagen, Musikdarbietungen und Austausch einlud, sondern die Nachhaltigkeit. Kulturarbeit habe eine „neue Bezugsgröße“ hinzubekommen, eine „globale Dimension“, die nicht mehr auszublenden sei, hieß es. So stellte er diese jährliche Konferenz unter das Thema: „Neue Bündnisse für Kultur und Klima“. „Es gibt in Nordrhein-Westfalen zehn Kulturregionen“, berichtete Kulturraum-Geschäftsführerin Ingrid Misterek-Plagge. „Der Niederrhein ist die erste, die zu einer Regionalkonferenz zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz einlädt.“

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Schon Anfang 2021 hatte der Arbeitskreis Regionalkultur des Kulturraums Niederrhein, der von der Viersener Kulturabteilungsleiterin Petra Barabasch geleitet wird, die Idee gehabt, die Nachhaltigkeit zu thematisieren. Dieser Arbeitskreis erstellte ein Papier „Nachhaltige Kulturregion Niederrhein“, um es zur Regionalkonferenz vorzulegen. Kulturbetriebe entwickelten sich „zu Transmissionsorten des ökologischen Wandels“ heißt es darin. Gleichzeitig benennt das Papier Kulturbetriebe als Orte, die bei CO-2-Reduktion, Kreislaufwirtschaft und Ressourcenmanagement aktiv zu werden hätten. Das Papier definiert soziale und experimentelle, ökologische und ökonomische Handlungsfelder. Es nennt Zusammenarbeit und Qualität, Förderung und Beratung als Leitlinien.

„Das Thema Klima droht aus dem Fokus zu geraten“, sagte der Viersener Landrat Andreas Coenen, als er die Regionalkonferenz eröffnete, mit Blick auf Pandemie und Krieg. Kultur habe den Klimaschutz vorwegzunehmen. Der Weseler Landrat Ingo Brohl und er hatten vor der Eröffnung eine Messe besucht, auf der Angebote zu Nachhaltigkeit und Regionalität zu finden waren. Das Moers Festival präsentierte sich dort genauso wie die Niederrhein Touristik GmbH oder das Zukunftsnetz Mobilität NRW. „Kultur hat viele Formate und Facetten“, sagte Ingo Brohl. „Sie versteht sich als Spitze einer Bewegung, wie der Nachhaltigkeit.“

Der Kulturraum Niederrhein wurde 1992 gegründet. Er ist ein eingetragener Verein. Er möchte das kulturelle Angebot des Niederrheins über seine Grenzen hinweg bekannter machen, Ressourcen bündeln und Synergien stärken. Dabei versteht er sich als grenzübergreifendes Netzwerk zu den Benelux-Ländern. Zu seinen Angeboten zählen die Biennale Niederrhein, das Museumsnetzwerk Rhein-Maas, KIM – Klasse ins Museum, Borderland Residencies und viele kleinere Projekte. 1997 stellte er die Weichen für das Regionale Kultur Programm NRW, als erste von heute zehn Kulturregionen.