Caritas-Wohn- und Werkstätten Moers Aktionskünstler sprüht die Impf-Banane

MOERS · Der als „Bananensprayer“ bekannte Thomas Baumgärtel möchte den Menschen in der Pandemie Mut machen. Er besuchte die Caritas-Wohn- und Werkstätten südlich der Halde Rheinpreußen. Dort hinterließ er ein Bananenmotiv mit Spritze.

 Thomas Baumgärtel am Werk. Seine Bananenmotive sind in vielen Städten in Deutschland und darüber hinaus zu finden.

Thomas Baumgärtel am Werk. Seine Bananenmotive sind in vielen Städten in Deutschland und darüber hinaus zu finden.

Foto: Norbert Prümen

Der Bananensprayer Thomas Baumgärtel kommt rum. Am Mittwoch war er im Bonner Stadtteil Lengsdorf unterwegs, um eine Banane an eine Kinderklinik zu sprühen. Am Donnerstagvormittag besuchte der Kölner Künstler Mülheim/Ruhr, um eine Banane an das St.-Marien Hospital zu sprayen. Und am Donnerstagnachmittag fuhr er mit seinem Chevrolet „El Camino“ von 1986, der eine Ladepritsche besitzt, an der Gutenbergstraße in Moers vor. Der gebürtige Rheinberger holte eine Schablone heraus, um in sechs Sprühvorgängen eine Banane aufzubringen, die gegen Umwelteinflüsse resistent ist und sich nicht „einfach entfernen“ lasse, wie er mit einem Lächeln erzählte.

Seit 1986 sprüht Baumgärtel seine Bananen , zunächst in Köln, dann bundesweit. Die Banane in Moers ist allerdings eine Art „Metamorphose“ seines üblichen Motivs. An ihrem Stil ist eine weiße Spritze angesetzt, die als Symbol für das Impfen gesehen werden kann, für den Mut, sich aktiv auf die Pandemie einzustellen und mit ihr zu leben. Deshalb ist die Impfbanane, wie sie von Thomas Baumgärtel bezeichnet wird, im oberen Drittel gelb wie die Südfrucht, in den anderen zwei Dritteln rot wie Blut.

Der Künstler sprüht seine Bananen mit Schablonentechnik seit dreieinhalb Jahrzehnten vor allem an Orte der Kunst, zum Beispiel in die Nähe von Eingängen zu Museen und Galerien, wie in Moers am Peschkenhaus am Neumarkt. Aber schon früh entwickelte er eine Banane, die er bei einem befreundeten Arzt „verewigte“.

Seinen Zivildienst absolvierte Thomas Baumgärtel 20 Monate lang im St.-Nikolaus-Krankenhaus in Rheinberg, danach ging er nach Köln, um Kunst und Psychologie zu studieren. Kunst könne für ihn auch Medizin sein, der Seele Heil bringen. So kam er auf die Idee, mit der Pandemie eine Impfbanane an Orte der Heilkunst zu sprayen. Andrea Emde, Pressesprecherin der Caritas Wohn und Werkstätten Niederrhein, hatte die Idee, den CWWN-Hauptsitz am Fuß der der Halde Rheinpreußen in Moers mit der Impfbanane „markieren“ zu lassen. Waren die drei CWWN-Standorte in Rheinhausen, Moers und Rheinberg doch Mitte März und Ende April Impfstandorte gewesen.#

„Über 2000 Beschäftigte, Angestellte und Mitarbeiter wurden jeweils zweimal geimpft“, berichtete CWWN-Geschäftsführer Wolfram Teschner bei der Spray-Aktion. „Die Impfquote liegt bei 95 Prozent. Sie wäre noch höher gewesen, wenn aus gesundheitlichen Gründen bei allen eine Impfung möglich gewesen wäre.“

Für Teschner stellt die Banane ein Zeichen der Hoffnung dar. „Die Zeit der Pandemie ist eine Zeit von Entbehrungen, Angst und Tod“, blickte der CWWN-Geschäftsführer auf das Kunstobjekt, das auf einer Scheibe rechts des Haupteingangs zu finden ist, so wie die ersten Bananen des Bananensprayer nahe den Eingängen zu Kölner Museen platziert wurden.

„Eine Banane mit Spritze macht Mut“, sagte der CWWN-Geschäftsführer. Sie ist ein Symbol dafür, dass es weitergeht, selbst wenn Hygiene- und Abstandregeln bleiben. Und am Eingang wird sie von allen gesehen, als Symbol wahrgenommen.“

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