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Moers: Krebsberatung Niederrhein hilft Betroffenen und Angehörigen.

Neues Angebot in Moers : Krebsberatung Niederrhein hilft Betroffenen und Angehörigen

Die Krankenhäuser Bethanien und St. Josef haben gemeinsam mit einem ambulanten Pflegedienst einen Verein gegründet. Für Ratsuchende ist das Angebot kostenlos, eine ärztliche Anweisung ist nicht nötig. Ableger des Vereins am Niederrhein sind geplant.

„Als ob einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird“, beschreibt Ralf Engels das Gefühl, von dem häufig Menschen berichten, die von der Diagnose Krebs betroffen sind. „Man fällt erstmal in ein tiefes Loch“, so der Vorstand der Stiftung Krankenhaus Bethanien. In dieser Situation die richtigen Ansprechpartner zu finden, die Betroffenen bei der Bewältigung ihrer Erkrankung helfen, ist eine große Herausforderung. Daher haben die Moerser Krankenhäuser St. Josef und Bethanien sowie der ambulante Pflegedienst „Die Pflege“die Initiative ergriffen, eine Krebsberatung auf die Beine zu stellen. Sie soll einerseits eine Lotsenfunktion einnehmen, um die richtigen Ansprechpartne zu vermitteln. Anderseits stehen in der Beratungsstelle am Eurotec-Ring 40 selbst etwa Psychoonkologen und auch Sozialarbeiterinnen zur Verfügung. Engels: „Dieses Projekt soll den Menschen in der Region helfen, eine schwere Situation gut zu überstehen.“

Bei der Beratung geht unter anderem um sozialrechtliche Fragen, etwa zu Ansprüchen auf Unterstützung jeglicher Art und um den Umgang mit den Belastungen, die eine Krebserkrankung mit sich bringt. „Wir begleiten die Patientinnen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen von der Diagnose bis hin zu einer eventuellen Palliativversorgung“, sagt Kerstin Zimmer-Derks. Sie ist Psychoonkologin im St.-Josef-Krankenhaus und kennt die Beratungsarbeit aus der täglichen Praxis. „Manche kommen nur einige wenige Male. Andere für einen oder sogar mehrere Zeiträume.“

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Die Menschen bräuchten eine Anlaufstelle, die einen gewissen Abstand zu stationären Einrichtungen wie den Krankenhäusern hat, sagt Kerstin Zimmer-Derks. Sie ist eine von bislang vier Mitarbeitenden in der Krebsberatung. „Es ist wichtig, dass man in einer schweren Situation geleitet wird. Wir wollen keinen Menschen verlieren“, sagte Birgit Kessler, Geschäftsführerin von „Die Pflege“. über das gemeinsame Ziel der Kooperationspartner.

Die Krebsberatung Niederrhein ist die einzige Anlaufstelle dieser Art in der Region. Menschen aus Moers und Umgebung mussten bislang immer nach Duisburg. „Wir sehen den Bedarf einer solchen Beratungsstelle in unserer Region“, so St.-Josef-Geschäftsführer Ralf Nennhaus. Es sei geplant, weitere Zweigstellen insbesondere am linken Niederrhein in Richtung Wesel und Kleve aufzubauen. Eine mögliche Dependance kann sich Heiko Schmidt, Bürgermeister von Sonsbeck, in seiner Gemeinde vorstellen.

Dem eingetragenen Verein halfen die Kooperationspartner mit einer Anschubfinanzierung auf die Beine. Die weitere Finanzierung wird durch staatliche Fördergelder realisiert. Außerdem sollen zukünftig Mitgliederbeiträge und Spenden dabei helfen, die Arbeit der Krebsberatung zu sichern. Für Ratsuchende ist das Angebot kostenlos, eine ärztliche Anweisung ist nicht nötig.

Zur Terminvereinbarung für ein Beratungsgespräch können Interessierte von Montag bis Freitag zwischen 9 Uhr und 13 Uhr telefonisch Kontakt aufnehmen, 02841 6562050.

(RP)