Moers: Krankenhäuser ziehen Bilanz ihrer Darmkrebs-Vorsorge-Kampagne

Moerser Kampagne zu Darmgesundheit : Mehr Moerser gehen zur Darmkrebs-Vorsorge

Zum Abschluss der Kampagne „Darmgesund in Moers“ ziehen die Krankenhäuser Bethanien und St. Josef eine positive Bilanz.

Acht Monate lang haben die beiden Moerser Krankenhäuser auf das Thema Darmkrebs und Vorsorgemöglichkeiten aufmerksam gemacht. Das Ziel war, mehr Menschen dazu zu bringen, eine Darmspiegelung durchzuführen. Die kann schon frühe Formen von Darmkrebs erkennen und die Heilungschancen so erhöhen.

Was war das Ziel der Kampagne „Darmgesund in Moers“

„Wir waren in den letzten Monaten auf 42 Veranstaltungen präsent“, erzählt André Filipiak, Leiter der Kampagne des Bethanien- und St.-Josef-Krankenhauses. Auf Wochen- und Trödelmärkten, aber auch auf dem Moers Festival oder dem Schlossfest waren die Mitarbeiter der Kampagne mit einem Infostand. Sie verteilten rund 18.000 Flyer sowie Kugelschreiber, Stofftaschen und Toilettenpapier und sprachen die Leute auf das Thema Darmkrebs-Vorsorge an. Auch ein Kampagnenbus auf den Strecken der Niag sollte das Thema für die Bürger präsent machen. „Wir sind ziemlich vielen Moersern auf die Nerven gegangen. Das wollten wir auch“, erinnert sich Ralf Nennhaus, Geschäftsführer des St.-Josef-Krankenhauses, mit einem Augenzwinkern. So sollten die Menschen für die Darmspiegelung sensibilisiert und über sie aufgeklärt werden.

Wie beurteilen die Verantwortlichen die Kampagne?

Die Kampagne war erfolgreich, da sind sich alle Beteiligten einig. „Wir haben es geschafft, Aufmerksamkeit zu erzielen und konnten bei vielen die Sensibilität für Präventionsmaßnahmen wecken“, resümiert Nennhaus. „Hochgerechnet haben wir 1100 Menschen erreicht“, erklärt Ralf Kubitz, Chefarzt der Gastroenterologie am Bethanien-Krankenhaus. So hoch sei zumindest der Anstieg der Darmspiegelung-Untersuchungen im Vergleich zu den Vorjahren. „Laut einer Statistik kann jede 28. Vorsorge zur Verhinderung eines Krebsfalls beitragen“, erklärt Kubitz weiter. Umgerechnet auf Moers bedeute das, dass durch die Kampagne bei rund 40 Menschen eine Vorform von Darmkrebs erkannt und behandelt werden konnte. „Das ist wirklich ein großartiges Ergebnis“, findet der Chefarzt.

Warum ist eine Darmspiegelung als Vorsorge-Untersuchung wichtig?

„Die Diagnose Krebs ist eine Hiobsbotschaft“, sagt Ralf Engels, Vorstand der Stiftung Krankenhaus Bethanien. „Aber im Falle von Darmkrebs gibt es eine gute Möglichkeit der Heilung. Das bedarf einer frühzeitigen Diagnostik.“

Darmkrebs sei eine der häufigsten Krebserkrankungen, so Ralf Kubitz. Oft zeigen sich lange Zeit keine Symptome, weswegen die Krankheit ohne Vorsorge-Untersuchungen lange unentdeckt bleiben kann. Deswegen sei eine Darmspiegelung so wichtig, um bereits sehr frühe Formen der Krankheit zu erkennen. „Darmkrebs ist vermeidbar“, erklärt Fritz Elmer von der Selbsthilfegruppe ILCO für Darmkrebspatienten.

Wie können Interessenten eine Darmspiegelung durchführen lassen?

„Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es ein unkompliziertes Verfahren ist“, versichert Bürgermeister Christoph Fleischhauer. Er hatte sich als Schirmherr der Kampagne ebenfalls untersuchen lassen. Eine Darmspiegelung kann mit oder ohne Sedierung durchgeführt werden und ist für den Patienten schmerzfrei. In einem Vorgespräch können alle Fragen mit einem Arzt geklärt werden. Ab 50 Jahren können Männer zur Vorsorge gehen, Frauen ab 55 Jahren. Dazu braucht es lediglich einer Überweisung durch den Hausarzt zur Gastroenterologie. „Wer aber Beschwerden hat oder erblich vorbelastet ist, weil es in seiner Familie Fälle von Darmkrebs gab, sollte früher schon zur Untersuchung“, sagt Christoph Vogt.