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Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn: Verdi-Warnstreik am Mittwoch für Mittwoch an

Arbeitskampf in Moers, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn : Verdi kündigt Warnstreik für Mittwoch an

Gestreikt wird in Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Krefeld. Vor allem Kitas sind betroffen. Aber auch Stadtverwaltungen, die Müllabfuhr und der ÖPNV.

Die Gewerkschaft Verdi hat für Mittwoch, 30. September, erste Warnstreiks und kleinere Aktionen in Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Krefeld angekündigt. Betroffen seien die Stadtverwaltungen und die ÖPNV-Betriebe der Niag und SWK, heißt es. In Moers wird zudem die Enni Stadt & Service bestreikt.

Ein Augenmerk werde in der Grafenstadt vor allem auf den Kitas liegen, sagte Heidi Roggenkamp, Chefin des Personalrats der Stadt Moers, gegenüber unserer Redaktion an. Nachdem die Arbeitgeber im öffentlichen Dienst am vergangenen Wochenende in Potsdam auch in der zweiten von drei vereinbarten Verhandlungsrunden kein Angebot abgegeben hätte, sehe die Gewerkschaft keine andere Möglichkeit.

 „Es tut uns leid, weil wir sehr wohl wissen, wen wir damit treffen“, sagt Roggenkamp. „Es kann aber nicht sein, dass die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst – diejenigen, die in den vergangenen Monaten der Corona-Pandiemie gelobt und beklatscht wurden – nun auch für die Einbußen der Arbeitgeber bezahlen müssen.“ Den Leistungen der Beschäftigten müsse Zeugnis getragen werden, daher werde die Wut und Verständnislosigkeit über die Verhandlungstaktik der Arbeitgeber von den Beschäftigten nun auf die Straße getragen, sagt Dominik Kofent, Bezirksgeschäftsführer des ver.di Bezirks Linker Niederrhein.

„Wir gehen davon aus, dass es am Streiktag erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Personennahverkehr sowie in den Dienststellen der öffentlichen Verwaltungen kommen wird“, so Kofent. „Es kann zu Schließungen in den kommunalen Kindertagesstätten kommen. In Moers wird die Müllentsorgung nur sporadisch passieren.“

 Eine dritte und bisher letzte Verhandlungsrunde ist ab dem 22. Oktober geplant. Betroffen sind von den Verhandlungen beispielsweise Beschäftigte in kommunalen Kliniken, Seniorenzentren und Kindertagesstätten, bei der Müllabfuhr, den Sparkassen, den Städten, Gemeinden und Landkreisen, bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern und vielen anderen Dienststellen und Einrichtungen des Bundes wie den Zoll oder die Rentenversicherung.

Verdi fordert für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen unter anderem eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent beziehungsweise einen Mindestbetrag von 150 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro monatlich angehoben werden.