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Moers: Jugendliche erforschen Körperbewegungen

Theater-Workshop in Moers :  Jugendliche erforschen Körperbewegungen

In einem Workshop mit dem jungen Theaterkollektiv „vorschlag:hammer“ erkunden Jugendliche ihre Bewegungsroutine. „Move it“ lautet das Motto. Es ist eine Zusammenarbeit mit dem Jungen StM.

Er ist unser ständiger Begleiter. Doch nicht bei jeder Aktion nehmen wir unseren Körper so bewusst wahr wie zum Beispiel im Sport, wenn die Muskel so richtig gefordert werden und die Lunge außer Puste gerät. In Zusammenarbeit mit dem Jungen StM lädt das Theaterkollektiv „vorschlag:hammer“ junge Menschen ab 16 Jahren ein, dem Körper auf die Spur zu kommen und gemeinsam alltägliche Bewegungsroutinen und -gewohnheiten zu untersuchen.

„Es geht uns darum, über unseren Körper nachzudenken und unser Wissen zu teilen“, erläutert Gesine Hohmann die Idee des Workshops, den sie mit ihren Kollegen von „vorschlag:hammer“ eigens für die Grafenstadt unter dem Titel „Move it“ konzipiert hat.

Das Schauspielkollektiv arbeitet nicht zum ersten Mal in Moers. Es pflegt im Rahmen des Fonds „Doppelpass Plus“ der Bundeskulturstiftung für den Arbeitszeitraum von zwei Jahren ein Kooperations-Dreieck mit dem Moerser Schlosstheater und dem Roxy Birsfelden in der Schweiz. Es steht unter dem Motto „Organismen“. In Moers entstand so das Stück „Körperatlas“ als eine Recherche über den menschlichen Körper. In diesem Zusammenhang steht nun auch der Workshop für Jugendliche. Der Körper soll nicht nur theoretisch betrachtet werden. „Jeder bewegt sich durch seinen Alltag. Das fängt beim Aufstehen und Zähneputzen an. Wir möchten die Jugendlichen animieren, sich selbst zu beobachten und darauf zu konzentrieren, wie sie sich bewegen.“

Gleichzeitig werden kleine Szenen entwickelt, in denen die Teilnehmer den anderen die Bewegungen präsentieren, die sie am prägnantesten finden. „Das kann Fußball sein, Breakdance oder die ganz normale Morgenroutine. Man kann einen Gang imitieren oder so tun, als würde man mit dem Handy telefonieren. Wir probieren aus, wie sich Bewegungsabläufe anfühlen, wann sie kontrolliert oder gehemmt wirken“, beschreibt Gesine Hohmann die Idee. Jede Bewegung ist erlaubt.

„Warum soll denn die eine schöner sein als die andere?“, fragt das Kollektiv-Mitglied. Im Workshop werden denn auch Muster und Normen hinterfragt. Ist man ein Mann oder eine Frau? Ist man dick oder dünn, schnell oder langsam, kräftig oder schwach. Hohmann: „Jede Bewegung wird irgendwie immer auch klassifiziert – ob in der Gesellschaft oder im Sport. Wenn eine Frau breitbeinig läuft, heißt es gleich: Die hat einen Gang wie ein Cowboy.“

Der Workshop findet vom 11. bis 19. Januar im Café Z im Wallzentrum statt. Es ist zugleich Standort des Projekts „W –Zentrum für urbanes Zusammenleben“ von Schlosstheater Moers und SCI. Anmelden kann man sich unter Telefon 02841 9693043, per E-Mail an robert.huettinger@schlosstheater-moers.de