Moers: Jubel und Applaus für Messias-Darbietung.

Jubiläumskonzert in Moers :  Jubel und Applaus für Messias-Darbietung

Der Grafschafter Konzertchor gab zum 110-jährigen Bestehen ein besonderes Jubiläumskonzert.

Ein besonderes Jubiläumskonzert bot der Grafschafter Konzertchor am zweiten Adventssonntag in der Pfarrkirche St. Martinus: Mit Händels „Messias“ feierte die Sängergemeinschaft ihr 110-jähriges Bestehen. Hervorgegangen ist der Grafschafter Konzertchor aus einem reinen Männerchor, der 1909 als „Liedertafel Homberg“ gegründet wurde, sich 1926 durch die Aufnahme von Sängerinnen zum Oratorienchor erweiterte und 1965 in den Musikverein Homberg überging. Seinen heutigen Namen führt der Chor mit rund 50 aktiven Sängerinnen und Sängern seit 2011.

In den vergangenen Jahren hat der Chor viele Oratorien, Kantaten und Kirchenmusikwerke einstudiert und bekannte wie auch weniger bekannte Chorwerke aufgeführt. Mit Händels „Messias“ stand jetzt eins der bedeutendsten und anspruchsvollsten Oratorien auf dem Programm, mit dem der Chor nach den Worten des Vorsitzenden Rainer van Lück das Publikum „hineinnehmen wollte in die Faszination der Musik eines der berühmtesten und wichtigsten Komponisten des Barockzeitalters“.

Händels Musik ist für den Chor kein Neuland, schon mehrmals hat er Werke des Barockmeisters gesungen, zuletzt 2016 das Oratorium „Josua“. Auf diese Erfahrung konnte Christian Parsiegel bauen, der 2018 die Leitung des Chors übernommen hat und mit seiner Leidenschaft für Musik eine gute Arbeit leistet. Die Einsätze kamen sauber, die dynamische Entfaltung war stimmig, Licht- und Schattenwechsel wurden so eindringlich disponiert, dass der Chor mühelos folgen konnte.

Instrumental stand den Sängern das Rheinische Oratorienorchester zur Seite, das sich auch diesmal durch sorgfältige Vorbereitung und souveränes Agieren als solider Begleiter bewährte und im Instrumenlalstück „Pifa“ mit wunderbar entspannten und friedlichen Klängen im wiegenden Takt das Spiel der Hirten an der Krippe beschrieb.

Auch bei den Solisten hatte der Chor eine glückliche Wahl getroffen. Evelyn Zieglers klarer und schlanker Sopran konnte sich brillant neben dem ausdrucksstarken Alt von Ulrike Kamps-Paulsen behaupten, die in einer der schönsten Arien des Oratoriums, „Er ward verschmähet und verachtet“, für einen Gänsehaut-Effekt sorgte. Ergänzt und bereichert wurden die Solistinnen durch Philipp Hoferichters flexiblen Tenor und Gregor Finkes vollen und reichen Bass.

Es gab viele Höhepunkte in der Darbietung und nur wenige kleinere Schwachstellen, wenn der Chor etwa mitunter zu neutral sang oder es in den oberen Stimmlagen heikel zu werden drohte. Aber der Gesamteindruck des Lebendig-Werdens der Messias-Geschichte durch die Musik war faszinierend und tief bewegend. Er gipfelte im berühmten Halleluja-Chor als grandiosem und mit spontanem Zwischenapplaus bedachtem Höhepunkt eines gelungenen Jubiläumskonzerts, das die Stellung des Grafschafter Konzertchors in der Region bestätigte.

Im Grafschafter Konzertchor sind neue Sänger willkommen. Interessierte sind eingeladen, bis zum jeweils nächsten Konzert unverbindlich an den wöchentlichen Probenabenden teilzunehmen, ein Vorsingen ist nicht erforderlich. Geprobt wird außerhalb der Schulferien immer mittwochs von 19.30 bis 21.30 Uhr im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Duisburg-Hochheide (Kirchstraße 105). In den Proben finden ergänzende Stimmbildungsmaßnahmen statt. Neben dem Gesang spielen Vereinsgemeinschaft und Geselligkeit mit Stammtischen, Sommerfesten, Weihnachstfeiern und Chorreisen eine große Rolle.

Nähere Informationen gibt es unter https://grafschafter-konzertchor.de