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Moers: Helge Miyamoto erzählt in seinem Buch über eine spannende Reise

Moerser veröffentlicht drittes Buch : „Zwei links, zwei rechts, keinen fallen lassen“

In seinem neuen Buch berichtet Helge Miyamoto über eine mehrmonatige Fahrrad-Reise, die ihn gemeinsam mit seinem Kollegen und zwei schwierigen Jugendlichen quer durch Australien und Neuseeland führt.

Zwei Bücher hat der speziell im soziotherapeutischen Bereich ausgebildete Moerser Sozialwissenschaftler Helge Dahmen (jetzt Helge Miyamoto) schon über seine mehrmonatigen Extremreisen mit gesellschaftlich schwer auffälligen deutschen Jugendlichen in Amerika, Australien und Neuseeland geschrieben.

In dieser Woche ist nun sein drittes Buch zu diesem Thema erschienen. Unter dem Titel „Zwei links zwei rechts keinen fallen lassen“ schildert er darin eine erneute Reise mit einem Kollegen und zwei schwierigen Jugendlichen zusammen durch Australien und Neuseeland. „Ich weiß, viele Leute denken, es könne doch nicht angehen, dass man diese Jugendlichen, die vielleicht sogar schon mehrfach straffällig geworden sind, auch noch mit einer tollen Reise belohnt“, erklärte Helge Miyamoto bei einem Gespräch mit der RP. „Aber oft ist das die letzte Möglichkeit, sie davor zu bewahren, immer weiter ins gesellschaftliche Abseits zu geraten. Außerdem ist das Ganze meist sogar sehr viel billiger als eine oft viele Jahre dauernde andere therapeutische Maßnahme oder gar ein langjähriger Gefängnisaufenthalt.“

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In diesem Fall waren er, sein Kollege Viktor und die beiden 16-jährigen Jugendlichen Dominik und Manuel (alle drei Namen sind in dem Buch geändert) nach einem kurzen gemeinsamen Aufenthalt im australischen Melbourne zu einer mehrmonatigen, Fahrradtour aufgebrochen, die alles andere als touristisch bequem war. So hatten die Fahrräder lediglich eine normale Gangschaltung und mussten bisweilen, vor allem in den gebirgigen Zonen Tasmaniens oft über viele Kilometer geschoben werden. Geschlafen wurde meist in Zelten in der freien Natur, und natürlich galt es, sich selbst zu verpflegen, und was besonders wichtig war, mit einander auszukommen. Das war nicht immer leicht, wie Helge Miyamoto in dem aus einer Mischung aus aktuellen Tagebuchaufzeichnungen und späteren dazu verfassten Kommentaren bestehenden Buch beschreibt.

Obwohl die ganze Reise ursprünglich als eine Viererkonstellation geplant worden war, bestand dennoch die Möglichkeit, im Bedarfsfall auch zeitweise nur zu zweit zu reisen, wobei Helge Miyamoto für den Jugendlichen Dominik und sein Kollege Viktor für den anderen Maßnahmenteilnehmer Manuel zuständig war.

„Natürlich gab es eine Menge Konflikte nicht nur mit uns Betreuern, sondern auch zwischen den beiden Jugendlichen “, erinnerte sich der heute 57-jährige Autor. Dazu kamen die körperliche Herausforderung, die Hitze und die ungewohnte Umgebung. „Das war schon manchmal recht herb, wenn man bereits von weitem die stinkenden Kadaver überfahrener Kängurus gerochen hat, oder mal wieder ein Platten zu reparieren war. Aber darum ging es ja, nämlich dafür bestimmte Bewältigungsstrategien zu entwickeln und daran zu wachsen.“

Ob das den beiden Jungen am Ende schließlich gelungen ist, macht neben den abenteuerlichen, humorvollen, manchmal aber auch traurigen Schilderungen dieser ungewöhnlichen Tour den eigentlichen Mittelpunkt des Buches aus. Dieses ist übrigens erst Teil eins. Der zweite Teil befindet sich laut Helge Miyamoto bereits in Arbeit und kommt, wenn alles wie geplant klappt, ebenfalls demnächst in die Buchhandlungen.