1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Moers: Gastronomen und Gäste genießen die „große Freiheit“.

Erste Gastronomen in Moers öffnen ihre Terrassen : Die „große Freiheit“ im Stammlokal

Das Wetter war nicht durchgängig einladend, dennoch öffneten am Sonntag bereits einige Gastronomen in der Moerser Innenstadt ihre Terrassen für Gäste. Weitere Lokale wollen in den nächsten Tagen neu starten.

Claudia Brandstäter und Davide Brizzolara haben die Chance genutzt und sind spontan mit einem negativen Corona-Test in der Hand bei Konstantin Schneider in der „Feinkost Schneiderei“ eingekehrt. Sich in der Sonne räkelnd vor dem nächsten Schauer, das Gläschen Prosecco in der Hand, schwärmten die beiden Moerser von einer neuer Lebensqualität. „Am Abend haben wir einen Tisch im Scoozi bestellt“, erklärten sie. Am Nachbartisch sprachen Sascha, Diana und Sohn Sky von Glücksmomenten. „Endlich draußen etwas essen und trinken. Das ist die große Moerser Freiheit“, erzählten die Stammgäste von Konstantin Schneider.

Schon am Samstag klingelte bei Schneider pausenlos das Telefon. Rund 100 Stammgäste wollten reservieren. „So viele haben sich gefreut. Deshalb habe ich am Sonntag für sie geöffnet. Das ist ein ganz wichtiger Schritt in die richtige Richtung und für die Gastronomie und den Einzelhandel wie eine Befreiung“, erklärte der 39-Jährige. „Wir haben uns an alle Auflagen gehalten und jede noch so starke Regelung umgesetzt.“ Zwar habe er Essen „to go“ verkauft, aber sich auf der Terrasse draußen vor ein Lokal zu setzen, sei eben noch ein anderes Gefühl.

  • Der Biergarten von Edi Tusch am
    Großer Andrang im Kreis Viersen : So war das erste Terrassen-Wochenende
  • Mit diesen Schnelltests können die Pflegeeinrichtungen
    15 Einrichtungen betroffen : Corona-Welle in Mönchengladbacher Seniorenheimen
  • Das Café Wanders und Pias in
    Neue Freiheit im Kreis Kleve : Erste Gäste seit Monaten in den Biergärten

In der Moerser Innenstadt bot die Adler-Apotheke am Sonntag Corona-Schnelltests an, damit die Menschen problemlos ein erstes Getränk in den geöffneten Außenbereichen genießen konnten. „Unser Beitrag am Sonntag für die Moerser Gastronomie“, erklärte Matthias Gruner, Geschäftsführer ASK-Dienstleistungs GmbH und mit der Adler-Apotheke zuständig für diesen Extra-Testservice. „In der Stadt sind wir alle gut untereinander vernetzt. Wichtig ist für die Stadt, mit einer gemeinsamem App ein einheitliches System zu etablieren, damit es weiter vorangeht“, so Gruner.

Bereits am Mittwoch kündigte sich dieser lang ersehnte erste Schritt an. Die sieben-Tage-Inzidenz war auch am Freitag unter 100 geblieben und lag damit seit fünf Werktagen unter der geforderten Marke, Ein Wert, der besonders für die Gastronomie weitreichende Konsequenzen hat. Die Gastronomen witterten endlich wieder Morgenluft, auch wenn mancher von den Lockerungen überrascht wurde.

So gab es nicht überall das erste kühle Bierchen, den wärmenden Kaffee. Das „Jedermann“ in Hülsdonk mit Café- und Restaurantbetrieb und einem Biergarten steckte noch in Renovierungsarbeiten. „Kam jetzt wirklich ein bisschen überraschend“, sagte Andrea Goer. Christian Hirschmann arbeitete gerade mit dem Presslufthammer und sanierte Räume. Goer: „Wir haben nach den vielen Monaten uns dazu entschieden, die Wiedereröffnung vernünftig zu machen.“ Ähnlich die Situation im Café Mondrian. Unter anderem wird gerade eine neue Kühltheke eingebaut.

Montag startet das Grafschafter Wirtshaus, Dienstag das Café Extrablatt. „Natürlich waren wir überrascht, dass es dann so schnell gegangen ist. Aber wir haben uns fit gemacht und alles vorbereitet, weil der Inzidenzwert kontinuierlich gesunken ist“, so Geschäftsführer Stipe Mazdar. Das Problem seien die Lieferungen der Brauereien. Draußen will er im Grafschafter Wirtshaus beispielsweise die komplette Speisekarten anbieten.

Voraussetzungen für den Besuch sind unter anderem ein negativer Corona-Test mit Barcode oder der Nachweis der Impfung mit Angabe des Impfstoffes. „Gleichzeitig werden wir zur Kontaktrückverfolgung die Adressen führen. Wir setzen auf einen digitalen Eintritt mit App, die noch kommt“, sagte Stipe Mazdar. Seine Crew ist größtenteils schon an Bord. Die Hälfte der MItarbeiter sei bereits geimpft, die andere Hälfte müsse jeden Tag einen negativen Corona-Test vorlegen. „Klar, freuen wir uns, dass es endlich wieder losgeht. Nur spielt bis Mitte der Woche das Wetter für die Außengastronomie nicht mit.“