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Moers: Freiluft-Schau zeigt Bilder aus 50 Jahren Festival.

Kultur in Moers : Freiluft-Schau: Bilder aus 50 Jahren Festival

„Leichtsinn“ heißt die Ausstellung, die auf Fotoleinwänden in der Moerser Innenstadt zu sehen ist.

Mit leichtem Sinn und einem verträumten Blick nach oben sollen die Besucher durch die Moerser Innenstadt spazieren und die Exponate entdecken, wünschen sich Jeanne-Marie Varain und die Macher der Ausstellung „Leichtsinn“ über 50 Jahre Moers-Festival. Das Jubiläum wird ein ganzes Jahr lang gefeiert. Die neue Geschäftsführerin der Moers-Kultur-Gesellschaft hatte in die „Röhre“ eingeladen, um dort mit alten und neuen Jazz-Fans ins Gespräch zu kommen. 50 großflächige Fotoleinwände sind überall in der Innenstadt aufgespannt worden. Sie zeigen neben den Stars auf der Bühne auch die kleinen Augenblicke, die glücklichen Gesichter im Publikum, Trubel im Park und auf dem Markt.

Ein Lieblingsbild ist beispielweise „Die Umarmung“: Ein Paar steht eng umschlungen mitten im Freizeitpark-See, im Hintergrund sieht man ein weiteres Paar auf einer Picknickdecke und ein Auto, das einen Hinweis auf das Jahr gibt, 1976: ein Renault R4. Sinnbild für die friedliche und gemeinschaftliche Atmosphäre, die typisch ist für das Pfingstfestival. Es erinnert unwillkürlich an die bekannten Bilder des Woodstock-Festivals im US-Bundesstaat New York im Jahr 1969. Fotograf Peter Oelker, damals Zeitungs-Praktikant, hatte den Moment eher zufällig im Park eingefangen.

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Wer nicht nur mit offenen Augen, sondern auch mit gezücktem Smartphone auf Entdeckungsreise geht, kann noch mehr Geschichten hinter den Bildern erleben. Die ganze Geschichte begann in der Kneipe „Die Röhre“, Station Nr. zehn der Ausstellung. Der Text, den man über einen QR-Code am Eingang öffnen kann, verrät, dass Woodstock tatsächlich eine der Inspirationen für ein eigenes Open-Air-Festival in der Grafenstadt gewesen ist. Freie Spielformen des Jazz sollten hier eine Bühne bekommen, so hatten es Burkhard Hennen und seine Mitstreiter im „Lokal und Forum für kulturelle und politische Diskussionen“ beschlossen.

Über QR-Codes gibt es Hintergrundinfos, Audios, Videos und weitere Bilder sowie eine Karte, die zu den einzelnen Stationen führt. Wer lieber mit kundiger Führung von Insidern durch die Freiluft-Ausstellung wandeln möchte, kann das tun.

Jeanne-Marie Varain zeigte sich dankbar und begeistert, dass mithilfe der Stadt und der Förderung eines Kulturprogramms der Bundesregierung dieses Projekt ermöglicht wurde. Voraussichtlich bis September werden die Bilder an Häuserwänden und aufgespannt zwischen Laternenpfählen zu sehen sein. Sie wies auf zwei weitere Ausstellungen hin: Im Bereich der Wälle finden sich Porträts von Festival-Musikern der letzten 25 Jahre. Fotograf Frank Schemmann hat mit seinen Fotos den Ausdruck und die Persönlichkeit der Künstler unmittelbar nach ihrem Konzert festgehalten.

Mit der App „Klangpfad“, die auf der Homepage des Festivals erhältlich ist (www.moers-festival.de), kann man sich außerdem auf eine musikalische Schatzsuche durch Moers begeben. Da sich alles um die Zahl „50“ dreht, kann man sich wohl bis Pfingsten 2022 auf weitere 47 Highlights freuen. Neben kleinen Konzerten und einer Aktion mit künstlerisch „aufgemoersten“ Fahrrädern wird es auch eine Lesung aus der Publikation „Revisiting Moers“ geben. In dem umfangreichen Buch mit persönlichen Erinnerungen an die letzten 49 Jahre kann auf Papier oder digital auf der Homepage geblättert werden. Die Dokumentation der Ethnologin Kerstin Eckstein enthält auch die Plakate des Festivals aus allen Jahrgängen.

Eine weitere „Sonderaktion“ ist die wöchentliche musikalische Flaschenpost unter dem Motto „50 Weeks – 50 Greets“, bei der Künstlerpersönlichkeiten ihre persönliche Grußbotschaft auf der Homepage hinterlassen. Außerdem wurde die erste Schallplatte nach fast 35 Jahren im eigenen Label veröffentlicht. Sie enthält einen Live-Mitschnitt des Konzerts von Jan Jelinek und Sven-Åke Johansson aus dem vergangenen Jahr.

Aufgrund der unsicheren Corona-Lage werde jeweils relativ kurzfristig über die Konzerte und anderen Veranstaltungen informiert, so Jeanne-Marie Varain. Alle Infos werden auf www.moersfestival.de stets aktualisiert.

1972 war das Geburtsjahr des Moers-Festivals. Unter dem Motto „50 Jahre Moers“ gibt es zahlreiche Aktionen, Konzerte und Veranstaltungen bis Pfingsten 2022. Die Ausstellung „Leichtsinn“ mit 50 großformatigen Festival-Fotos und Zusatzinfos per QR-Code ist nun als Freiluft-Ausstellung in der ganzen Innenstadt zu bewundern.