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Moers: Fotografierte Stillleben wirken wie gemalt.

Kunst in Moers : Fotografierte Stillleben wirken wie gemalt

Evangelos Koukouwitakis zeigt in der Galerie Art-Works seine Fotografien zum Thema „Nature Morte“.

Eine Obstschale, ein Weinglas, daneben ein frisch erlegter Fasan drapiert auf einem fahl beleuchteten Tisch mit tiefschwarzem Hintergrund – so hat man ein typisches Stillleben vor Augen. Eine Kunstform, die im 17. Jahrhundert, im Zeitalter des Barock, in den Niederlanden ihre bekanntesten Vertreter hatte. Ebenso in dieser Zeit entstanden die sogenannten Vanitas-Stillleben, auf denen Totenschädel, welkende Blumen und umgestürzte Gläser den Betrachter an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern sollten. Die Werke der Reihe „Nature Morte“ des Duisburger Künstlers Evangelos Koukouwitakis erinnern stark an solche realistischen Ölbilder im üppigen Goldrahmen.

Doch es handelt sich dabei um Fotografien. Verfaulende Rosen oder vertrocknete Hortensien sind dort mit Vogelknochen und zerbrochenen Weingläsern auf silbernen Tabletts drapiert. Eine pralle, gelbe Quitte samt ihrer vertrockneten Blätter erinnert daran, dass im Herbst des Lebens auch Früchte geerntet werden können. Die Eierschalen und Apfelkitschen rufen keinen Ekel hervor, sondern wirken tatsächlich überaus ästhetisch.

Die toten Gegenstände ziehen den Blick auf sich, faszinieren in ihrer morbiden Schönheit und rufen unterschiedlichste Assoziationen hervor. Auf anderen Bildern erkennt man einen sepiafarbenen Hintergrund mit dunklen Schlierspuren. Neben licht-absorbierendem Vlies hat der Künstler auf früher entstandene Bilder zurückgegriffen, bei denen er Asphaltlack verdünnt und großzügig auf dem Papier verteilt hat. Mit ganz einfachen Mitteln habe er gearbeitet, so Koukouwitakis. Die Gegenstände habe er von Flohmärkten, aus dem Euro-Shop oder bekomme sie geschenkt.

Die Digitalfotos wurden in seinem Atelier an der Duisburger Gold­straße mit natürlichem Licht aufgenommen und nur leicht bearbeitet. Ebenfalls überaus schlicht ist der Ausstellungsraum bei Gabi Lusch und Martin Epding in Repelen. Ein weiß getünchter Raum, der vom Garten her zu erreichen ist. Die Gastgeber und der Künstler sind alte Bekannte. Epding hat die Fotos der Ausstellung in seinem Reprolabor gedruckt. Seit zwölf Jahren gibt er außerdem Airbrushkurse, und auch Gabi Lusch hat ihre eigene Malschule in dem Atelier im Hinterhof. Nachdem bereits Ausstellungen der eigenen Kursteilnehmer großes Interesse gefunden hatten, möchte das Ehepaar nun verstärkt Künstler einladen.

Die Ausstellung „nature morte“ ist noch bis zum 11. Januar, mittwochs bis freitags von 10-18 Uhr in der Galerie Art-Works, Am Jungbornpark 204, zu sehen.