Moers: Florenz kann sich Merkel in Brüssel vorstellen

Er wird das EU-Parlament nach 30 Jahren verlassen : Florenz kann sich Merkel in Brüssel vorstellen

Der scheidende EU-Parlamentarier sprach beim Peschkenhaus-Talk auch über die Zukunft der Bundeskanzlerin.

Einen Wechsel von Angela Merkel (64) nach Brüssel kann sich Karl-Heinz Florenz (71) gut vorstellen. „Sie ist in Europa nicht beliebt, aber hoch angesehen“, sagte der EU-Parlamentarier beim Peschkenhaus-Talk, der in der Sozietät am Kastell stattfand, weil das Peschkenhaus wegen einer größeren Reparatur nicht zugänglich ist. „Besonders hohes Vertrauen genießt sie bei den ehemaligen Ostblockländern.“ Warum solle sie nicht einmal EU-Kommissionspräsidentin werden?, fragte der Christdemokrat aus Neukirchen-Vluyn, der nach der Europawahl nach 30 Jahren aus den Parlamenten in Straßburg und Brüssel ausscheidet.

 Florenz zeigte bei dem Gespräch, das vom Moerser CDU-Fraktionsvorsitzenden Ingo Brohl moderiert wurde, große Sympathien für die Bundeskanzlerin, deren Amtszeit im Oktober 2021 nach 16 Jahren ausläuft. „Sie war von 1994 bis 1998 Umweltministerin“, sagte er, dessen Thema in Brüssel die Umwelt- und Klimapolitik ist. International habe sie gute Kontakte, leiste viel und genieße eine hohe Wertschätzung, anders als in Deutschland. Sie sehe, wie wichtig die Nachhaltigkeit sei, anders als andere Christdemokraten, die den Klimawandel lange Zeit verneint hätten. Sie werde sich dafür einsetzen, betonte er bei dem Gespräch, zu dem vom CDU-Stadtverband mit ihrer Vorsitzenden Petra Kiehn mit dem Thema „Europa kann man besser machen“ eingeladen worden war.

„Wir sind längst in einer Umweltrevolution“, betonte der „niederrheinische Europäer“, wie er gerne genannt wird. Florenz sagte, die Europäische Union habe bislang bei Energie, Umwelt und Klimaschutz „massive Managementfehler“ gemacht. Er erzählte, er wolle bei einem internationalen Büro in Brüssel mitarbeiten, das sich für die Nachhaltigkeit einsetzt.

Der Christdemokrat, der nicht als Freund der deutschen Autokonzerne gilt, berichtete auf eine Frage eines Zuhörers, Haakon, der Kronprinz Norwegens, spreche sich in einem Interview im Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ für die Nachhaltigkeit aus, sein nächstes Auto werde ein Elektroauto sein. „Den Strom produziere ich schon jetzt selbst“, berichtete er. Natürlich belastete der Bau eines solchen Fahrzeuges eine Ökobilanz, wie auch der Bau eines konventionellen Fahrzeuges die Ökobilanz belaste, was aber oft verschwiegen werde. Er warnte vor den „rechten Fransen“, die das EU-Parlament blockieren würden. „Warum gibt es diese rechten Fransen?“ hätten sich die Politiker zu fragen. Das liege unter anderem am Rechtsstaat, der sein Gewaltmonopol stärker durchzusetzen habe.

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