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Moers Festival mit dem EJN-Award ausgezeichnet

Moers : Moers Festival - ausgezeichnet

Und der EJN-Award geht an: das Moers Festival. Auf dem Empfang von Bürgermeister Christoph Fleischhauer wurde die Auszeichnung im Foyer der Festivalhalle am Sonntag jetzt auch offiziell an den Festivalleiter überreicht.

Reiner Michalke übt sich in Bescheidenheit. "Ich möchte diesen Preis mit meinem Vorgänger Burkhard Hennen teilen. Er hat größeren Anteil an diesem Erfolg als ich. Und ich widme den Preis meinem Team und der Stadt Moers", betont der Festivalchef. Die Verleihung fand im Rahmen des traditionellen Bürgermeister-Empfangs statt, zu dem erstmals Christoph Fleischhauer als Moerser Bürgermeister ins Foyer der Festivalhalle eingeladen hatte.

Der "Award for Adventurous Programming" wird vom Europe Jazz Networt vergeben, einem europaweiten Verbund von Veranstaltern im Bereich der kreativen Musik, des zeitgenössischen Jazz und der Improvisierten Musik. Das Moers Festival befindet sich damit in einer illustren Gesellschaft von Festivals in Großstädten wie Lissabon, Amsterdam und Dublin. Die Auszeichnung ist zwar mit keinem Preisgeld verbunden, aber für das Festivalteam ein weiterer wichtiger Baustein, um die Bedeutung des Moers Festivals, das Burkhard Hennen vor 44 Jahren ins Leben gerufen hatte, als Musikveranstaltung von internationalem Rang hervorheben zu können.

Dass die Ausstrahlung des Moers Festivals groß ist und weit über die Region hinausgeht, schrieb Professor Monika Grütters, die für die Kultur zuständige Staatsministerin der Bundesregierung, am Sonntag dem Festival sozusagen ins Stammbuch, ein Adelsschlag: "Wenn man hier lebt, ist man sich dieser Strahlkraft nicht immer bewusst", stellte die Ministerin fest, die eigens aus Berlin angereist war. Sie erinnerte daran, dass sich der Bund 2014 mit 600 000 Euro Fördermittel daran beteiligt habe, dass in Moers die neue Festivalhalle entstehen konnte.

Dies sei dem Engagement hiesiger Abgeordneter im Bundestag zu verdanken. Monika Grütters befand in ihrem Grußwort, dass Pfingsten und Jazz gut zueinander passen. "In Moers ist die Jazz-Gemeinde zusammen gekommen, um den Geist des Jazz einzuatmen." Bürgermeister Christoph Fleischhauer meisterte seinen ersten Empfang in der aufwendig umgebauten Halle am Solimare souverän. "Ich freue mich, dass das Moers Festival noch existiert und den Sprung vom Zelt in eine feste Halle geschafft hat." Er erinnerte daran, dass der Umzug an die Filder Straße dem "Sparzwang und -willen" der Stadt Moers geschuldet war. Man sei gemeinsam den Weg der Konsolidierung gegangen. Fleischhauers Fazit: "Dieses Festival hat Weltrang." Es sei jetzt entscheidend, bei den Bürgern die nötige Akzeptanz zu schaffen, damit die Pfingstfestspiele erhalten bleiben.

Bekanntlich hat Reiner Michalke als künstlerischer Leiter dieses Jahr Nebenreihen und Projekte erstmals dem Rotstift geopfert. Die Konzerte im Dunkeln finden nicht mehr statt, auch die Schulprojekte des Netzwerks Improvisierte Musik Moers mussten leider aufgegeben werden. So ganz verdaut hat er die Entscheidung nicht. Auf der gestrigen Pressekonferenz zum Abschluss des Moers Festivals versprach er, alles zu versuchen, um diese Projekte zurückzuholen. "Und es gibt ja Signale, die uns möglicherweise in die Lage versetzen, die Veranstaltungen, die jetzt pausieren, wieder aufzunehmen", betont er. Er hofft auf weitere Unterstützung von Land und Bund. Was die Besucherzahlen betrifft, hielt sich Reiner Michalke bedeckt. "Wir haben die Zahlen des Vorjahres erreicht", sagte er. Während der Festivalfreitag stark begann, kamen am Samstag und Sonntag jeweils 1900 Zuhörer. Damit war die Veranstaltung an beiden Tagen nicht ausverkauft.

(RP)