Moers: Moers Festival: Jazz mit Rekord-Ergebnis

Moers : Moers Festival: Jazz mit Rekord-Ergebnis

Mit Gute-Laune-Musik verabschiedete sich das Pfingstspektakel gestern für immer aus dem Freizeitpark. Fred Kellner & die famosen Soulsisters sorgten für den Kehraus. Die Veranstalter zählten am Wochenende 15 000 Festivalbesucher.

Mit Gute-Laune-Musik verabschiedete sich das Pfingstspektakel gestern für immer aus dem Freizeitpark. Fred Kellner & die famosen Soulsisters sorgten für den Kehraus. Die Veranstalter zählten am Wochenende 15 000 Festivalbesucher.

Welch ein Festival der Kontraste: Am Freitag eröffnete der Saxofonist und Komponist John Zorn das Moers Festival mit einer umjubelten Weltpremiere, gestern Abend feierte das Pfingstspektakel den Abschied von seinem angestammten Standort im Freizeitpark mit Gute-Laune-Musik, Soul, viel Glitter und Anke Engelke als prominente Frontfrau der elfköpfigen Band "Fred Kellner & die famosen Soulsisters". Die "Kellners" brachten am vierten Tag, der vom Festival abgekoppelt sich einem breiten Publikum öffnen will, die Party ins Zirkuszelt. An den Tagen dazwischen erlebte das Publikum ein kontrastreiches Musikprogramm, das die verschiedenen Facetten der aktuellen improvisierten Musik präsentierte.

Absoluter Publikumsmagnet war John Zorn, dem das Festival anlässlich seines 60. Geburtstag einen Projektabend widmete. Vor den Kassen bildeten sich schon am frühen Freitagabend lange Schlangen. Das 2500 Menschen fassende Zelt war ebenso wie der Pfingstsonntag restlos ausverkauft. Wie Reiner Michalke in der abschließenden Pressekonferenz berichtete, waren bereits im Vorverkauf mehr Tickets verkauft worden als in den Jahren zuvor. Bei den Festivaltickets habe sich der Verkauf um 30 Prozent im Vergleich zum bisherigen "Erfolgsjahr" 2011 gesteigert.

Das Top-Gesprächsthema war aber der für 2014 geplante Umzug des Pfingstspektakels in eine Konzerthalle am Solimare. Reiner Michalke, der künstlerische Leiter des Moers Festivals, und Ulrich Greb, Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH, bekräftigten vor den angereisten Journalisten, dass es keine Alternative gebe, um das Festival zu erhalten. Die Veranstalter müssen ab 2014 wegen der städtischen Haushaltssituation 224 000 Euro einsparen. "Dann wäre dieses Festival das letzte gewesen", betonte Greb. Die vom Land geförderte Ertüchtigung der Theaterhalle wird im September starten. Die Landesmittel sind an eine zehnjährige Bindungsfrist geknüpft. Das lässt auf eine Zukunft hoffen.

Die Baumaßnahmen sollen im März 2014 fertiggestellt sein, so dass das nächste Festival vom 6. bis zum 9. Juni 2014 erstmals in einer Konzerthalle über die Bühne gehen kann. Derzeit führe man mit einer Stiftung "gute Gespräche" über eine weitere Förderung. Diese Unterstützung würde es laut Greb ermöglichen, die komplette Maßnahme in einem Bauabschnitt zu realisieren. Wie es mit dem Händlermarkt im Freizeitpark weitergeht, dazu erklärte Kulturdezernent Hans-Gerhard Rötters: "Wir müssen ihnen eine abschließende Aussage schuldig bleiben." Sowohl Moers Kultur GmbH als auch Stadt würden nicht vorschlagen, den Markt weiter zu führen. Das Risiko, ein Defizit zu machen, wäre zu groß, so Rötters.

Für den Auftritt der "Kellners" waren gestern Abend die Stühle aus dem Zelt geräumt worden. Viele Besucher tanzten zu Songs wie "We are family". Den erhofften Zuspruch bekamen die Festivalmacher von den Moerser nicht. Der Abend war nicht ausverkauft.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Moers Festival 2013: Anke Engelke als Soul Sister

(RP/sgo)
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