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Moers: Moers Festival bringt Musik in die Halle

Moers : Moers Festival bringt Musik in die Halle

Das Programm für die Konzerthalle am Solimare steht: Das Moers Festival präsentiert vom 6. bis zum 9. Juni allein sieben Großformationen. Die Pfingstveranstaltung bringt erstmals seit drei Jahren wieder an vier Tagen Jazz auf die Bühne.

Das Moers Festival steht mit dem Umzug in die Konzerthalle am Solimare zwar eine Zäsur bevor. Reiner Michalke, künstlerischer Leiter der Pfingstveranstaltung, fährt für die 43. Auflage des Festivals für improvisierte Musik trotzdem das große Besteck auf. Sieben Großformationen, so viele wie noch nie, werden vom 6. bis zum 9. Juni zu hören sein. Den Auftakt macht am Freitag, 6. Juni, Sebastian Gramss' Truppe mit dem vielsagenden Namen Bassmasse. Gramss bringt 50 Kontrabassisten auf die Bühne. "Das wird eine Herausforderung fürs technische Team", betont der Festivalchef. Stars des Festivals, davon ist Reiner Michalke überzeugt, werden nicht nur die Musiker sein.

Auch die neue Festivalhalle am Solimare steht im Mittelpunkt. "Unser Umzug in ein festes Gebäude ist aber kein freiwilliger", betonte Michalke gestern bei der Programmvorstellung und erinnerte daran, dass die Stadt ihren Zuschuss aufgrund der Haushaltssituation um 40 Prozent gekürzt hatte. "Das Moers Festival stand vor dem Ende. Es gab keine Alternative. Wir hätten zwar das Zelt aufbauen können, hätten dann aber kein Geld mehr fürs Programm gehabt."

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Trotzdem ist Reiner Michalke mit der neuen Lösung mehr als glücklich. "Wir konnten die Konzerthalle nach unseren Bedürfnissen gestalten. Das ist ein Privileg." Die Unterstützung, die das Festival bekommt, aber auch. Dass Michalke gleich sieben große Formationen in Moers präsentieren kann, ermöglichte ein Zuschuss der Bundeskulturstiftung. Bandleader Sebastian Gramss spielt übrigens den Bass von Peter Kowald, der laut Michalke mit Burkhard Hennen das Festival vor mehr als 40 Jahren aus der Taufe gehoben hatte. Weitere Großformationen auf dem Festival sind beispielsweise das Orchestre National aus Frankreich und das Sun Ra Arkestra, das 1979 ein legendäres Konzert bei Gewitter und Regen in Moers gab.

"Das werde ich nie vergessen", betonte Reiner Michalke. Kontrapunkt zu den Orchestern sind etliche Duo-Besetzungen im Programm. Schlagzeuger Han Bennink, der mehrfach in Moers zu Gast war, spielt zum Beispiel mit Oscar Jan Hoogland. Das deutsche Duo Jaki Liebezeit und Markus Schmickler kombiniert das Schlagzeug mit der elektronischen neuen Musik. Ein Wiedersehen gibt es mit Fred Fritz, der 2013 mit Evelyn Glenni in Moers war. Er kommt in diesem Jahr mit einer großen Besetzung und führt erstmals sein 1980 entstandenes Album "Gravity" auf. Premiere war in New York.

Am Festivalsonntag steht Moers' neue Stadtmusikerin und Pianistin Julia Hülsmann im Mittelpunkt. Sie hat sich zu ihrer Unterstützung zwei hochkarätige Musiker eingeladen: Sänger Theo Bleckmann, der in den USA Karriere gemacht hat, und Saxofonist Hayden Chisholm. "Not fast enough" heißt eine Komposition, die auf Gedichte von Margaret Atwood fußt. "Alles muss heute schnell und spektakulär sein, und das ist grundsätzlich etwas, was ich nicht mache", sagt der Moerser Improviser in Residence.

Neben dem viertägigen Jazzprogramm gibt es die Morning-Sessions und die Konzerte im Dunkeln wieder, allerdings in der Moerser Musikschule als neuer Standort. Die Night-Sessions finden — wie gehabt — in der Szenekneipe die Röhre statt.

(RP)