Moers: Enni rüstet Laternen jetzt mit QR-Codes aus

Straßenbeleuchtung in Moers : Enni rüstet Laternen jetzt mit QR-Codes aus

Rund 600 Straßenleuchten sollen in diesem Jahr auf moderne LED-Technik umgerüstet werden. Das Unternehmen rechnet mit einer Förderzusage aus dem Bundesumweltministerium in Höhe von 25.000 Euro.

Auf Moerser Straßen ist und bleibt es nachts vorerst dunkel. Im November haben die Mitglieder des Hauptausschusses entschieden, dass die umstrittene Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung zunächst beibehalten wird. Die CDU hatte beantragt, die Entscheidung rückgängig zu machen – vor allem, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu erhöhen. SPD, Grüne und Grafschafter argumentieren mit finanziellen, ökologischen und sozialen Gründen dagegen. Gleichzeitig wurde die Enni beauftragt, bei der Planung eines modernen Beleuchtungskonzepts und der Umstellung auf Energiesparlampen aufs Gas zu drücken. Aber wie ist der Stand? Unsere Redaktion hat nachgefragt.

Leuchten In Moers gibt es derzeit rund 10.000 Straßenleuchten, von denen nach Auskunft der Enni 3325 bereits mit LED-Leuchtmitteln betrieben werden. Außerdem, heißt es, seien in der Moerser Straßenbeleuchtung 550 Stromsparleuchten der ersten Generation eingebaut.

Ersparnis Beide Leuchtmittel werden mit durchschnittlichen Leistungen von rund 24 Watt betrieben. Zum Vergleich: Die alten Leuchtmittel wie Natriumdampflampen haben eine durchschnittliche Leistung von 85 Watt, alte Neonröhren von rund 50 Watt, so dass durch den Umbau auf energiesparende LED-Leuchten in Moers in den vergangenen fünf Jahren bislang 1.300.000 kWh eingespart werden konnten. Das jährliche Einsparvolumen beträgt damit laut Enni bis dato durchschnittlich 300.000 Kilowattstunden pro Jahr.


Förderprogramm Für die weitere Umrüstung soll in den nächsten Wochen finanzielle Unterstützung beantragt werden. Beim anvisierten Topf handelt es sich um ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit und Bau (BMU), in dem Fördermittel für klimafreundliche Investitionen in hocheffiziente LED-Leuchten vergeben werden.

Voraussetzungen „Die Fördersätze richten sich nach der Reduzierung des CO2-Ausstoßes und betragen bei finanzschwachen Kommunen wie Moers 25 Prozent“, sagt Enni-Sprecher Herbert Hornung. „Voraussetzung sei eine CO2-Reduzierung um 50 Prozent zum alten Beleuchtungssystem sowie eine aufwändige lichttechnische Berechnung, um das spätere Beleuchtungsniveau auf die Bedingungen der jeweiligen Straßen einzustellen. Außerdem müssten die Leuchten eine Mindestlebensdauer von 75.000 Betriebsstunden besitzen.

„Intelligentes Licht“ Zusätzliche Energie soll darüber hinaus dadurch eingespart werden, dass die für Moers geplanten neuen Leuchten eine adaptive Regelung besitzen. Das bedeutet: Die Laterne passt die Helligkeit und damit auch den Energieverbrauch den äußeren Lichtverhältnissen an. Antragberechtigt in Bezug auf das BMU-Förderprogramm sind laut Enni unter anderem Betriebe mit mindestens 50,1-prozentiger kommunaler Beteiligung – wie die Enni.

LED-Ausbauplan
 Für 2020 plane Enni, circa 600 Leuchtpunkte umzurüsten, sagt Hornung. Darin enthalten seien jährlich etwa 100 Leuchten, die nach Unfällen oder Störungen ersetzt werden. Für die verbleibenden 500 Leuchten gebe es eine konkrete, turnusmäßige Umbauplanung. Vorgesehen sei überwiegend der Umbau von alten Natriumdampflampen und Neonröhren. Das Unternehmen rechne für 2020 mit einer Förderzusage in Höhe von 25.000 Euro. Vorgesehen ist der Umbau auf LED-Leuchten in diesem Jahr unter anderem an folgenden Straßen: Homberger Straße (vom Kreisverkehr Augustastraße bis zur Stadtgrenze zu Duisburg-Homberg), Römerstraße (inklusive Kreuzungen), Mühlenparkplatz, Höhenweg, Friedrich-Ebert-Platz.

Ziel Im Endausbau, heißt es, wolle Enni alle Moerser Straßenlaternen auf energiesparende Technik umrüsten. „Bei positiven Erfahrungen mit dem Förderantrag und wenn das Förderprogramm weiter bestehen bleibt, soll die Anzahl der Umrüstungen in den nächsten Jahren nochmal gesteigert werden“, so Hornung.

QR-Codes Damit Bürger defekte Straßenlaternen künftig schneller melden können, werden in den kommenden Wochen Aufkleber mit QR-Codes an allen Moerser Straßenlaternen angebracht. Im Falle einer Störung kann der Code mit dem Mobiltelefon gescannt werden. Der Melder gelangt so direkt auf das Störungsmeldeformular auf der Enni-Homepage. „Das Formular ist im Feld ,Leuchtennummer’ dann bereits vorausgefüllt“, erklärt Hornung. „Der Bürger muss dann nur noch die Art der Störung und persönliche Angaben eingeben. Die Informationen aus dem Formular werden nach Abschicken an den technischen Bereich der Enni weitergeleitet, der die Entstörung einleitet.“ Im Betriebssystem der Enni Stadt & Service sind unter der Leuchtennummer alle relevanten Daten und Informationen – Adresse und technische Angaben – für die Reparatur hinterlegt. Für den Notfall – zum Beispiel bei Unfällen mit der, oder bei Gefährdungen durch die jeweilige Straßenlaterne – enthält der Aufkleber neben dem QR-Code auch den Verweis auf die Internetadresse und eine Notfallrufnummer.