Moers: Enni investiert 2020 rund 57 Millionen Euro in die Region

Unternehmensgruppe aus Moers : Enni investiert 2020 rund 57 Millionen Euro in die Region

Der Niederrhein soll weiter das Kerngebiet des Unternehmens bleiben.

Die Enni-Unternehmensgruppe (Enni) ist mit viel Rückenwind ihrer Gesellschafter in das neue Jahrzehnt gestartet. Zum Jahresende haben die Gremien beschlossen, dass die Enni Stadt & Service Niederrhein und deren Energietochter Enni Energie & Umwelt zum 20. Markengeburtstag knapp 57 Millionen Euro in die Region und Zukunftsthemen investieren können.

Der Niederrhein bleibt laut Stefan Krämer, der mittlerweile auch Vorstandsvorsitzender der Mutter Stadt & Service ist, weiter das Kerngebiet des Unternehmens. Zwischen Moers und Uedem möchte der Geschäftsführer nach dem Energiegeschäft künftig mehr kommunalen Service anbieten, zum Beispiel Abfallentsorgung. Den größten Wachstumsschub werde 2020 aber zunächst die Energietochter verzeichnen.

„An der Fernwärme Niederrhein erwerben wir weitere Anteile, die wir so auf 15 Prozent aufstocken“, sagt Krämer. Das sei eine Investition, die für die Gesellschafter – die Enni Stadt & Service Niederrhein AöR (64,76 Prozent), die Städte Neukirchen-Vluyn (4,67), und Dinslaken (4,67), die Innogy SE (20) und die Gelsenwasser AG (5,9) – über Jahre zuverlässige Renditen abwerfe. In Summe aller Aktivitäten plane allein die Energietochter in den kommenden fünf Jahren ihren meist kommunalen, unter Finanznot leidenden Gesellschaftern mit Ergebnissen von rund 111 Millionen Euro mehr Handlungsspielraum zu geben, betont der Enni-Chef. Fest steht auch: Nach der Übernahme des Gasnetzes in Rheinberg soll dort voraussichtlich in Kürze eine neue Niederlassung eröffnen.

Grundsätzlich, erklärt Krämer, stehe die Unternehmensgruppe vor großen Herausforderungen. In Moers werde Enni weiter mit viel Aufwand die marode, erst vor wenigen Jahren übernommene Infrastruktur bei Kanälen oder Friedhöfen sanieren müssen, und im Energiegeschäft bewege man sich in einem zunehmend unsicheren und wettbewerbsintensiven Markt. Für Niederrheiner will Krämer Energie aber „dauerhaft bezahlbar, sicher und umweltfreundlich anbieten und Marktanteile mit unterdurchschnittlicher Preispolitik bei Strom und Gas hoch halten“. Auch bundesweit, heißt es, soll die Zahl der Strom- und Gaskunden weiter wachsen.

Für 2020 peilt Krämer mit der Unternehmensgruppe einen Umsatz von rund 260 Millionen Euro an. Auch von Investitionen soll der Niederrhein profitieren, die inklusive des neuen, gemeinsamen Verwaltungsstandortes bis 2024 laut Enni knapp 200 Millionen Euro ausmachen werden. Laut dem für die technischen Bereiche zuständigen Vorstand und Geschäftsführer Kai Gerhard Steinbrich wird Enni bis Dezember dabei rund 17 Millionen Euro in vier Kilometer Moerser Kanäle, die Friedhöfe oder die weitere Sanierung der Eventhalle investieren. Für die Erneuerung der Energienetze sind nochmals gut 16 Millionen Euro eingeplant.

Auch in der Wärmeversorgung will das Unternehmen aktiv bleiben. In Neukirchen-Vluyn baut Enni deshalb das Wärmenetz um rund 1,5 Kilometer aus. Parallel zum Ausbau der Energienetze soll das Breitbandangebot weiter wachsen. „Unser Glasfasernetz erweitern wir 2020 um 27 Kilometer und arbeiten so weiter auch am Zukunftsfeld Telekommunikation“, so Steinbrich.