Fairtrade-Aktion in Moers Lange Tafel für ein „faires Frühstück“ gedeckt

MOERS · Moers ist seit zehn Jahren „Fairtrade-Town“. Im Rahmen einer Frühstücks-Aktion konnten sich Interessierte am Sonntag im Musenhof über fair hergestellte Produkte informieren. Auch der Weltladen beteiligte sich. Wie die Aktion bei den Besuchern ankam.

 Im Musenhof hatte die Steuerungsgruppe die lange Tafel für die Besucher gedeckt.

Im Musenhof hatte die Steuerungsgruppe die lange Tafel für die Besucher gedeckt.

Foto: Norbert Prümen

Dass fair gehandelte Lebensmittel „gut schmecken“, davon konnten sich die Besucher am Sonntag beim „Fairen Frühstück“ im Moerser „Musenhof“ überzeugen. Aufgetischt wurden Lebensmittel, die das „Fairtrade-Siegel“ tragen und damit menschenwürdige Arbeits- und Lohnbedingungen in den Herkunftsländern versprechen: darunter Frühstücksprodukte, Kaffee aus fair gehandelten Bohnen, ein Brotaufstrich aus fair gehandeltem Kakao und viele andere Leckereien.

Die örtliche Steuerungsgruppe „Fairetrade-Town-Moers“ hatte in der mittelalterlichen Spiel- und Lernstand gemeinsam mit dem an der Moerser Kirchstraße 5 beheimateten „Weltladen“ ein umfangreiches Frühstücksbüffet mit Brötchen aus der Bio-Bäckerei Schomaker sowie Käse, Wurst, Obst und Gemüse von verschiedenen regionalen Biohändlern und –höfen aufgebaut.

„Es ist bereits unsere dritte Veranstaltung dieser Art“, erklärte Beate Schieren-Ohl von der zurzeit fünfköpfigen Steuerungsgruppe. „Wir möchten damit zeigen, dass fair gehandelte Sachen ihren Preis wert sind.“ Moers, so erklärte sie weiter, sei bereits seit 2004 als „Fairetrade-Town“ zertifiziert und könne sich dabei auf die Hilfe von Kooperationspartnern wie den „Moerser „Weltladen“, die Bio-Bäckerei Schomaker, das Kapellener „Apfelparadies Margaretenhof“, die Moerser Stadtverwaltung, das Grafschafter Museum sowie auf verschiedene Politikvertreter und auch private Bürger stützen.

Für eine alle zwei Jahre notwendige Erneuerung der Zertifizierung ist es jedoch nötig, bestimmte Aktionen durchzuführen. Dazu gehören neben diesem Frühstück zum Beispiel auch eine alljährlich stattfindende „Faire“ Modenschau und Informationsveranstaltungen an Schulen. Diese Aufgaben hat nach einem anfänglich eher mäßigen Start seit fünf Jahren die jetzige Steuerungsgruppe um Beate Schieren-Ohl übernommen.

„Ich bin selber von der Sache sehr überzeugt und finde es wichtig, dass Menschen für ihre Arbeit anständig bezahlt werden“, begründete Schieren-Ohl ihr Engagement, das sie auch privat beim Einkaufen von fairen Lebensmitteln und Bioprodukten konsequent verfolgt. Jens Neubersch und seine Frau Melanie sind da ebenfalls recht engagiert. Sie waren am Sonntag mit zwei weiteren Neuberscher Verwandten und insgesamt fünf Kindern zu dem Frühstück gekommen. „Wir achten schon darauf, was wir essen, und wo wir unsere Sachen kaufen, auch wenn es vielleicht ein bisschen teurer ist“, erklärte der 49-jährige Familienvater. „Und was kaufen sie da?“ „Fairen Kaffee zum Bespiel. Der schmeckt zudem auch noch gut.“

Die kleine, fünfjährige Marie fand dagegen den im Weltladen erhältlichen Nutella-artigen Brotaufstrich „Cocoba“ am leckersten, was man ihr rund um den Mund entsprechend deutlich ansah. „Den gibt es bei uns auch als vegane Variante“, betonte Lutz Hartmann, der Leiter des „Welt“-Ladens. Er und seine Mitstreiter boten an ihrem Verkaufsstand am Sonntag neben den beiden Brotaufstrichen auch noch weitere Süßigkeiten, fair gehandelten Kaffee, Tee, Eierwärmer, Spielzeug und Deko-Artikel an. Darüber hinaus hatten sie für den größten der Angebote auf dem Frühstücksbuffet gesorgt.

 Die Veranstalter präsentierten verschiedene fair gehandelte Produkte.

Die Veranstalter präsentierten verschiedene fair gehandelte Produkte.

Foto: Norbert Prümen

„Ich denke, mit dieser Aktion heute konnten wir den Leuten die Fairtrade-Idee wieder mal etwas näher bringen“, freute er sich über die erstaunlich große Besucherresonanz. „Viele denken noch, dass unsere Produkte vielleicht zu teuer sind“, vermutete er. „Aber es gibt eine Berechnung, wonach eine Tasse Fairtrade-Kaffee gerade mal drei Cent teurer ist. Wenn man sich dann mal vor Augen hält, wie viel Kaffee man überhaupt trinkt, macht das in den meisten Fällen nicht mehr als 3,50 Euro im Monat aus.“