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Moers: Diskussion über Verkehrswende am Niederrhein

Treffen in Moers : Diskussion über Verkehrswende am Niederrhein

Mehr als 40 Personen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen haben am vergangenen Samstag darüber diskutiert, wie eine aus sozialer und ökologischer Sicht erforderliche Verkehrswende am Niederrhein aussehen kann.

Diskutiert wurde auf der Grundlage der „Rheinberger Thesen“.

Auf Einladung der örtlichen ZWAR-Gruppe („Zwischen Arbeit und Ruhestand“) fanden sich Vertreter aus der Zivilgesellschaft, Politik und den Umweltverbänden in der Alten Volksschule in Moers zusammen. Vertreten waren unter anderem ADFC, Attac, Fridays for Future, Bündnis 90/Die Grünen, BUND, Klimabündnis Niederrhein sowie Klimaverantwortliche aus kommunalen Verwaltungen. Darüber hinaus beteiligten sich engagierte Einzelpersonen.

In mehreren Arbeitsgruppen wurde die derzeitige Verkehrspolitik einer kritischen Analyse unterzogen, Alternativen skizziert und Umsetzungsstrategien debattiert. Dabei widmeten sich die Arbeitsgruppen den verschiedensten Facetten der Mobilität, wie Fußgänger, Fahrradverkehr, öffentlicher Personennahverkehr, individueller Pkw-Verkehr und Verkehrssicherheit. Aus Sicht der Beteiligten bedarf es dringend einer ökologisch und sozial verantwortlichen und damit zukunftsfähigen Verkehrswende. Zielführend hierfür, so der einhellige Tenor, sei nicht nur eine auskömmliche Finanzierung, sondern auch eine gesellschaftliche Debatte, um das erforderliche Bewusstsein bei jedem Einzelnen, aber auch auf der Ebene von Politik und Verwaltung zu schaffen. „Die derzeit herrschende Verkehrspolitik bietet keine angemessene Antwort auf die aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel, Mobilitätsanforderungen und wachsender Armut. Wir meinen, dass es Zeit wird, daran etwas zu ändern. Wir brauchen eine Verkehrswende, die bürgernah, bezahlbar und klimafreundlich ist“, meinte Klaus Kubernus-Perscheid von Attac Niederrhein.

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Claudia Landes von den Moerser Grünen ergänzte: „Emissionsfreier Verkehr muss belohnt werden. Jeder ist gefragt. Die Möglichkeiten liegen auf der Hand: Weniger Kurzstreckenfahrten, stattdessen auch mal das Rad benutzen.“ Auch die vielen Fahrten, die dadurch entstehen, dass Kinder morgens von ihren Eltern zur Schule gebracht werden, sind laut Landes nicht nur aus Klimaschutzgründen bedenklich, sondern tragen auch zu Verunsicherung bei. „Elterntaxis verursachen doch erst den Verkehr, vor dem die Eltern ihre Kinder schützen wollen“, so Landes weiter.

Die Teilnehmer der Diskussionsrunde verständigten sich auf eine Reihe von Handlungsansätzen. Neben einer gezielten Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung in den Kreisen Kleve und Wesel sowie den angrenzenden Ruhrgebietsstädten wurden Möglichkeiten abgestimmt, Einfluss auf Politik und Verwaltung auf kommunaler und Kreisebene zu nehmen. Ebenso einhellig haben sich die Teilnehmer auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit verständigt.