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Moers: Die Zahl der THW-Einsätze nimmt zu

Katastrophenhilfe in Moers : Die Zahl der THW-Einsätze nimmt zu

Die 130 Mitglieder des Technischen Hilfswerks in Moers sind ehrenamtlich tätig. Ihre Einsätze nehmen stetig zu. Zuletzt halfen sie in den Gebieten der Flutkatastrophe und leisteten 3500 Hilfsstunden ab. Neulinge sind willkommen.

Räumen und Bergen, Trinkwasser- und Elektroversorgung, Bekämpfung von Ölschäden und Schutzmaßnahmen bei Wassergefahren, das sind nur einige wenige Einsatzgebiete der bundesweit tätigen Ortsverbände des Technischen Hilfswerks, kurz „THW“ genannt. So auch die des zurzeit aus rund 130 Mitgliedern bestehenden Ortsverbandes Moers. Die meisten von ihnen arbeiten ehrenamtlich, und ihre Einsätze nehmen zu.

Erst jetzt halfen die Frauen und Männer des Moerser THW bei der Hochwasserkatastrophe im Kreis Euskirchen mit und haben dort allein im Juli mehr als 3500 Hilfsstunden geleistet. „Das Hochwasser dort und im Ahrtal erforderte den bisher größten Einsatz in der Geschichte des THW“, wusste der Moerser Zugführer Harald Auding im Gespräch mit dieser Zeitung auf dem THW-Gelände an der Homberger Straße 250 zu berichten. Bisher hätten dabei rund 16.000 Einsatzkräfte – darunter 1711 weibliche – zahlreiche Arbeitsstunden geleistet. „Und das Ganze ist noch nicht vorbei.“ Noch immer müssten Keller ausgepumpt, Schlammmassen beseitigt, Elektroleitungen repariert und provisorische Be- und Entwässerungsleitungen gelegt werden.

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All das erfordert von den beteiligten Helfern nicht nur viel soziales Engagement, sondern auch eine Vielzahl unterschiedlicher technischer, handwerklicher und organisatorischer Kenntnisse. Letztere werden den „Neulingen“ anfangs in einer meist abends und an den Wochenenden stattfindenden Grundausbildung vermittelt. Dabei lernen sie zum Beispiel den Einsatz von Rettungsgeräten, die Installation von Beleuchtungsanlagen und können sogar einen LKW-Führerschein machen. Aber auch „alte Hasen“ müssen weiterhin regelmäßig an Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen. In Moers sind die einmal monatlich einen ganzen Samstag lang. Dabei haben sich Hendrik Floren und einige weitere seiner THW-Kameraden unter anderem die Handhabung eines seit Juli vergangenen Jahres neuen, riesigen in Moers stationierten Radladers angeeignet.

Die Einrichtung heißt zwar „Technisches Hilfswerk“, dennoch sind dort nicht nur technische, sondern auch Vertreter aller Berufsrichtungen willkommen. Der 32-jährige Christian Schwirtz, der sich zurzeit noch in der THW-Grundausbildung befindet, ist zum Beispiel Informatiker und der 19-jährige Niklas Fischer, der schon vor neun Jahren über seinen Vater zum THW kam, macht gerade eine Ausbildung zum IT-Kaufmann.

Auch altersmäßig gibt es im Grunde keine Mitgliedsbeschränkungen. „Wichtig ist nur, dass die Bewerber gesund, teamfähig und bereit sind, sich für unsere Sache zu engagieren“, formulierte es der Fachberater des Moerser Ortsverbandes Michael Jansen. All das ist für den 63-jährigen Moerser Malermeister Dirk Schmitz kein Problem. Er hat sich erst kürzlich dazu entschlossen, dem THW in Moers beizutreten, nachdem er zunächst in einer spontanen privaten Aktion mit einer Anzahl von Spaten und anderen vom Moerser Baumarkt Hornbach spendierten Hilfsmitteln an die Ahr gefahren war und sich dort unter die freiwilligen Katastrophenhelfer gemischt hatte.

„Ich bin seit einiger Zeit im ‚Unruhestand‘ und möchte in dieser Situation noch etwas Sinnvolles anfangen“, begründete er seine Beitrittsabsicht. Laut Michael Jansen freut man sich beim Technischen Hilfswerk über jeden neuen Bewerber. „Dafür“, so ergänzte der stellvertretende Moerser Ortsbeauftragte Jörg Rubinowski, „bieten wir hier neben vielen interessanten Aufgaben ganz viel Kameradschaft und eine große Zusammengehörigkeit.“