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Moers: Die Sache mit dem Müll – eine Frage der Moral

Unsere Woche : Die Sache mit dem Müll – eine Frage der Moral

Liebe Mitmoerser, wann hat das angefangen, dass wir uns so wenig um die Umwelt scheren? Dass wir Abfall vor die Tür tragen und ihn am nächsten Baum ablegen, oder im Gehen fallengelassen, oder aus dem Autofenster werfen.

Okay, der Müll war natürlich immer schon da. Nachdem der Mensch sich aufgerichtet und somit beide Hände frei hatte, begann er, Dinge wegzuwerfen: abgenagte Knochen, zerbrochene Pfeilspitzen, McDonalds-Juniortüten. Das Problem ist nur, dass wir immer mehr konsumieren – und offenbar immer fauler werden. Das sehen wir an vielen Ecken unserer Stadt. Moers vermüllt. In der Mattheck musste die Enni Ende Januar die am Dresdener Ring postierten Altglas- und Altkleidercontainer abziehen, weil Unbekannte rund um die Behälter immer wieder so große Mengen Müll abgelegt haben, dass die Kosten für die Reinigung in keinem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen mehr standen. Auch Hausabfälle landeten in den Containern. Ich frage mich: Wer bitte kommt auf so eine Idee? Empfinden diejenigen, die so etwas machen, keine Verantwortung für den gemeinsamen Lebensraum? Und: Kommt dieses fehlende Verantwortungsgefühl daher, dass sie sich der Gesellschaft, in der sie leben und mit der sie diesen Raum teilen, nicht zugehörig fühlen? Sicher ist, dass die Verantwortung für den Abfall auf der Straße nicht (allein) die Verantwortung der Stadtreinigung ist, die von allen Teilen der Gesellschaft durch Steuern und Gebühren finanziert wird. In Moers will Bürgermeister Christoph Fleischhauer unter anderem Rhythmen und Zyklen bei der Müllabfuhr auf den Prüfstand stellen. Das ist sinnvoll, entlässt uns alle aber nicht aus der Verantwortung. Sollten Sie diesen Artikel auf Papier gelesen haben und wegschmeißen wollen, entsorgen sie ihn doch also bitte in der blauen Tonne – und nicht auf der Straße.

julia.hagenacker@rheinische-
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