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Moers: Die lange Märchennacht mit Dr. Donas oder wie Pflanzen träumen.

Inszenierung in Moers : Die lange Märchennacht mit Dr. Donas oder wie Pflanzen träumen

Können Pflanzen träumen? Wir Menschen können es, das ist bewiesen. Aber wie lassen sich unsere Träume mit den vielleicht von Pflanzen geträumten verbinden? Dieser Frage versucht der Moerser Schlosstheater-Schauspieler Patrick Dollas alias Dr. Donas vom „Institut für Angewandtes Träumen“ seit einiger Zeit, auf den Grund zu gehen.

Er veranstaltete dazu vor knapp einem Monat eine erste lange Märchennacht im Moerser Wallzentrum. Dabei waren die Besucher aufgefordert worden, Topfpflanzen aus ihrem Besitz mitzubringen, die dort in einem alten als Blumenbeet umfunktionierten Holzbett ihre Winterruhe abhalten sollten.

An diesem Samstag trafen sich Dr. Donas und rund 60 Traum- und Pflanzenfreunde erneut im Moerser Wallzentrum, um mit der dreiköpfigen, elektronisch experimentellen Moers-Duisburger Band „Recursion“ gemeinsam den Traumgeheimnissen der dort seit einem Monat wohnenden Pflanzen auf die Schliche zu kommen. Ein technisch nicht ganz leichtes Unterfangen, wie die zahllosen Kabel und unentwegt blinkenden elektronischen Geräte zeigten, die die Band vor dem Pflanzenbett aufgebaut hatte, in dem sich von der letzten Traumaktion 23 Pflanzen befanden. Doch bei dieser Anzahl sollte es nicht bleiben.

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So hatten die 61-jährige Moerserin Dagmar Winkler und viele andere Besucher zahlreiche weitere Topfpflanzen mitgebracht, die sie unter der Regie von Dr. Donas zwischen die anderen, bereits vorhandenen Bettinsassen pflanzen durften. Die meisten davon hatten erstaunlicherweise weibliche Vornamen wie Hermine und Lilly, eine hieß jedoch nach ihrem Kaufort einfach schlicht „Real“. Für ihre Besitzer standen zahlreiche bequeme Liegestühle und sogar ein kleines, kuscheliges Iglu-Campingzelt zur Verfügung, das auch alsbald mit einem wohligen Seufzer von einem jungen Paar mit Beschlag belegt wurde. Dr. Donas lagerte dagegen, nachdem er seine Besucher zuvor mit einer pendelnden Wäscheklammer und einem Datum für das Ende ihres eigenen Winterschlafes begrüßt hatte, für den Rest des Abends meist auf einem von einem leuchtenden Globus, Büchern und einem Traumfänger umgebenen, weißen Ledersofa.

In dieser Lage las er zunächst aus dem Traumtagebuch einiger der seit einem Monat im Wallzentrum überwinternden Pflanzen, wobei sich hier vor allem „Linda“ hervortat. Sie sehnte sich in ihren von Dr. Donas mit leiser Stimme vorgetragenen Tagebuchaufzeichnungen nach einem neuen Zuhause, in dem nicht wie im Wallzentrum um 23 Uhr automatisch das Licht ausgeht. Das wiederum widersprach dem Einwand einer Besucherin, die angeblich eine mentale Botschaft empfangen haben wollte, nachdem Linda am liebsten nie wieder nach Hause kommen wollte.

Welche der beiden Versionen nun stimmte, konnten jedoch trotz ihrer zahlreichen Kabel und blinkenden, summenden, blubbernden und klickenden Elektronikgeräte auch die drei Mitglieder der Recursionsband nicht klären. Die von Dr. Donas außerdem an diesem Abend vorgetragen Märchen von unscheinbaren, aber dennoch wunderbar duftenden Gänseblümchen und anderen pflanzlichen Schicksalen brauchten dagegen keine elektronische Bestätigung, um die Besucher nachhaltig zu berühren.

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