Beispiel für den Weg aus der Arbeitslosigkeit in Moers Neuer Mitarbeiter für den Park

Moers · Andrej Schneider gehört zum Grünpflege-Team der Enni. Nach langer Arbeitslosigkeit hat er es mit viel persönlichem Einsatz und Unterstützung des Jobcenters endlich zu einer festen Anstellung gebracht.

Andrej Schneider im Alpaka-Gehege im Schlosspark. Im Hintergrund: Vertreter des Jobcenters und der Enni.

Andrej Schneider im Alpaka-Gehege im Schlosspark. Im Hintergrund: Vertreter des Jobcenters und der Enni.

Foto: Norbert Prümen

Andrej Schneider kam 2002 aus Kasachstan nach Deutschland. Der Besuch eines sechsmonatigen Sprachkurses sollte ihm dabei helfen, auf dem deutschen Arbeitsmarkt schnell Fuß zu fassen. Dies erwies sich aber als schwerer als zuvor gedacht. 17 Jahre lang hatte der heute 55-Jährige aus Kamp-Lintfort nach dem richtigen Arbeitsplatz gesucht – jetzt hat er ihn gefunden, und zwar bei der Enni Stadt & Service in Moers.

Mit Hilfe von Beate Schröder, Jobcoach des Arbeitgeberservice des Jobcenters Kreis Wesel, hatte sich Schneider seit Ende 2017 beraten lassen und auf Jobsuche begeben. Nachdem eine befristete Beschäftigung als Helfer im Krankenhaus seinerzeit nicht verlängert worden war, wollte Schneider nicht aufgeben. „Für mich stand von Anfang an fest, dass ich wieder arbeiten möchte“, meinte Andrej Schneider gegenüber unserer Redaktion.

Ende 2019 konnte der Vater von zwei erwachsenen Kindern, durch Unterstützung des Jobcenters Kreis Wesel, erfolgreich an die Enni Stadt & Service Niederrhein als Helfer im Gartenbau vermittelt werden. „Im November bin ich dann schon drei Jahre hier. Mir gefällt es gut und ich bin glücklich hier zu sein“, sagte Schneider.

Auch die Enni ist mit der Arbeit des 55-Jährigen zufrieden. „Seit Andrej Schneider bei uns begonnen hat, hören wir nur Positives über ihn. Er erledigt seine Aufgaben ordentlich, ist selbstständig und zuverlässig und springt auch gerne mal am Wochenende ein. Deswegen haben wir seinen geförderten Vertrag auch schon zwei Monate vor Ablauf in einen unbefristeten Arbeitsvertrag umgewandelt. Wir wollten ihm damit signalisieren, dass wir mit ihm sehr zufrieden sind und ihn gerne bei uns behalten möchten“, sagte Marcus Petrausch, Sachgebietsleiter Grünflächenunterhaltung bei der Enni.

Langzeitarbeitslosigkeit ist ein Problem, das viele Menschen betrifft. Seit 2019 gibt es für sogenannte arbeitsmarktferne Menschen Förderungsmöglichkeiten nach dem Teilhabechancengesetz des Sozialgesetzbuchs. Sie bieten Langzeitarbeitslosen die Chance, auf dem allgemeinen und sozialen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Der Fall von Andrej Schneider ist einer von insgesamt 210, die das Jobcenter Kreis Wesel seit 2019 betreut hat. „Die Idee des Gesetzes umfasst einen beschützten Zeitraum für die Langzeitarbeitslosen, in dem sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Ruhe kennenlernen können und sich durch die intensive Begleitung und Unterstützung unserer Mitarbeiter im besten Fall ein langwieriges Arbeitsverhältnis ergibt“, sagte Michael Müller, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Wesel.

Einstellende Unternehmen erhalten dabei einen Zuschuss für zwei Jahre. Im ersten Jahr in Höhe von 75 Prozent des regelmäßig gezahlten Lohns, im zweiten Jahr 50 Prozent. Dabei machen sowohl Wohlfahrtsverbände, Kommunen als auch private Arbeitgeber Gebrauch von den Fördermöglichkeiten. Darüber hinaus können die ehemaligen Langzeitarbeitslosen im gesamten Förderzeitraum Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen nach den allgemeinen Regelungen in Anspruch nehmen. „Für das Coaching der Langzeitarbeitslosen stehen uns im Moment acht Mitarbeiter zur Verfügung. Diese stehen den Menschen tatkräftig zu Seite und versuchen, mit ihnen gemeinsam Vermittlungshemmnisse erfolgreich zu überwinden“, sagte Michael Müller.

Zwei Jahre wurde Andrej Schneider durch Beate Schröder durchgehend betreut und sie stand ihm bei Fragen aller Art zur Seite – jetzt trennen sich ihre Wege. „Ich kam aus dem Urlaub zurück und sah, dass die Akte von Andrej Schneider nicht mehr da war. Da war ich am Anfang natürlich für einen Moment verwirrt, habe mich aber sehr für ihn gefreut, als ich gehört habe, dass er nun einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat“, sagte Beate Schröder.

Mit neun anderen Kollegen hilft Andrej Schneider jetzt täglich bei der Grünflächenpflege des Moerser Schlossparks mit. Rasen mähen, Hecken schneiden und Müll einsammeln gehören unter anderem zu den Aufgaben des Enni-Mitarbeiters. „Ich habe sogar ein eigenes Fahrzeug“, freute sich Schneider.

Durch eigenen Einsatz sowie durch die individuelle Beratung und Betreuung im beschäftigungsbegleitenden Coaching hat Andrej Schneider zurück ins Berufsleben gefunden. Seine Motivation und gute Leistung wurde durch die Enni honoriert und er hat die Langzeitarbeitslosigkeit erfolgreich überwunden.