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Moers-Corona: Private Familienfeier Grund für vier Neuinfektionen

Wieder mehr Andrang im Test-Zelt am Bethanien : Private Familienfeier in Moers Grund für vier Neuinfektionen

Ob auch die acht Fälle vom vergangenen Wochenende mit der Feier in Zusammenhang stehen, wird noch ermittelt. Im Abstrichzentrum am Bethanien-Krankenhaus steigt die Zahl der Patienten. Chefarzt Thomas Voshaar die Nähe zu Duisburg als möglichen Grund.

Moers scheint sich zum Corona-Hotspot im Kreis Wesel zu entwickeln. Nach acht vermeldeten Infektionen am Montag sind am Dienstag vier weitere bestätigt worden – die einzigen kreisweit. „Diese vier Fälle von Dienstag sind auf eine private Familienfeier zurückzuführen“, sagt Kreis-Sprecherin Anja Schulte. „Ob auch die acht Fälle vom vergangenen Wochenende mit dieser Feier in Zusammenhang stehen, ist bislang nicht klar. Diesbezüglich läuft die Kontaktverfolgung noch. Man muss aber auch berücksichtigen, dass Moers die größte Stadt im Kreis ist.“

Einen Anstieg der Zahl derjenigen, die sich auf das Corona-Virus testen lassen wollen, verzeichnen derweil auch die Ärzte im Covid-Untersuchungszelt am Krankenhaus Bethanien. Seit Montag sind die Öffnungszeiten im Abstrichzentrum auf zwei Stunden pro Tag (Montag bis Freitag zwischen 10 und 12 Uhr) heruntergefahren. Anlass dafür waren die bislang geringen beziehungsweise sinkenden Infektionszahlen im Kreis Wesel. 30 bis 40 Patienten pro Tag seien bis Ende vergangener Woche mit Verdacht auf eine Covid-Ansteckung untersucht worden, sagt Bethanien-Sprecherin Kathrin Stepanow. „Seit zwei Tagen sind es 50 oder mehr, die vorbeikommen und sich testen lassen wollen.“

Thomas Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik am Bethanien, sieht einen möglichen Grund dafür in der Nähe zu Duisburg. Dort waren in der vergangenen Woche in einem Paketsortierzentrum des internationalen Paket- und Expressdienstleisters DPD 43 Beschäftigte positiv auf den Corona-Erreger getestet worden. Ein eher gutes Zeichen sei es aber, dass die Sterblichkeitsrate bei Covid-19-Erkrankten insgesamt sinke, sagt Voshaar. Auch müssten tendenziell weniger Patienten stationär im Krankenhaus behandelt werden.

„Ob es in den nächsten Tagen bei den verkürzten Öffnungszeiten im Untersuchungszelt am Bethanien bleibt, wird am Mittwoch mit Blick aufs Wochenende entschieden“, sagt Stepanow. Insgesamt kommt der Kreis Wesel über den gesamten Zeitraum der Pandemie nun auf 651 bestätigte Fälle. Das ist der Stand von Dienstag, 12 Uhr. Am Montag waren es noch 647 Fälle.Von allen Erkrankten sind 561 Personen (Montag: 550) wieder genesen, 25 Menschen sind gestorben. Aktuell gelten also 61 Personen als infiziert.

Für die linksrheinischen Städte und Gemeinden im Kreis Wesel wurden am Montag folgende Zahlen gemeldet (Stand: 9. Juni 2020, 12 Uhr): Alpen (12.450 Einwohner) Nachgewiesene Infektionen: 15, davon genesen: 15; Kamp-Lintfort (37.425 Einwohner) Nachgewiesene Infektionen: 55, davon genesen: 44. Gestorben: 7; Moers (103.680 Einwohner) Nachgewiesene Infektionen: 133, davon genesen: 105. Gestorben: 4; Neukirchen-Vluyn (26.991 Einwohner) Nachgewiesene Infektionen: 41, davon genesen: 38. Gestorben: 3; Rheinberg (31.004 Einwohner) Nachgewiesene Infektionen: 48, davon genesen: 45; Xanten (21.644 Einwohner) Nachgewiesene Infektion: 25, davon genesen: 23. Gestorben: 2. Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Wesel ist mit der neuen Entwicklung von 4,8 am Montag auf 5,4 am Dienstag gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage bezogen auf jeweils 100.000 Einwohner gemeldet wurden. Im benachbarten Kreis Kleve wurden bis Dienstag insgesamt 750 Corona-Infektionen gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt dort aktuell bei 11,5. In der Gemeinde Rheurdt gibt es seit Wochen keine neuen Fälle. 15 Menschen sind oder waren dort erkrankt.

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