Moers: CDU diskutiert über drei Kandidaten für den Vorsitz

Moers redet über Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn: CDU diskutiert über Kandidaten für Vorsitz

„Reden wir?!“ heißt eine neue Reihe der CDU Moers. Bei der Premiere übernahmen der Moerser Fraktionschef Ingo Brohl und Wesels Fraktionschef Frank Berger das Wort.

Am Freitag und Samstag ist es soweit: Nachdem Bundeskanzlerin Merkel kürzlich den Rücktritt von ihrem Amt als CDU-Bundesvorsitzende erklärt hat, werden beim Bundesparteitag in Hamburg 1001 CDU-Delegierte, darunter acht aus dem Kreis Wesel, einen neuen Bundesvorsitzenden beziehungsweise eine neue Bundesvorsitzende wählen. Jetzt hatte der CDU-Stadtverband Moers deswegen unter dem Titel „Reden wir?!“ zu einer Info-Veranstaltung mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Ingo Brohl und seinem Weseler Kollegen Frank Berger in die „Kaffeerösterei Oranien-Nassau“ eingeladen.

Beide gehören zu den acht Delegierten des Wahlkreises Wesel, die in Hamburg mit abstimmen werden. Nachdem Ingo Brohl den Besuchern einen kurzen Abriss über den organisatorischen Ablauf des Bundesparteitages gegeben hatte, ging es in den nächsten knapp 90 Minuten natürlich in erster Linie um die drei am 8. Dezember zur Wahl stehenden Kandidaten Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn. Nach den letzten Umfragen haben die derzeitige CDU-Generalsekretärin und der ehemalige stellvertretende Bundesvorsitzende Merz zurzeit die besten Siegesaussichten, während Bundesgesundheitsminister Jens Spahn offenbar nur wenige Wahlchancen eingeräumt werden.

Entsprechend galten die meisten Wortbeiträge dieses Abends denn auch den beiden Erstgenannten. „Mit der Wahl eines neuen Bundesvorsitzenden beziehungsweise einer neuen Bundesvorsitzenden können wir jetzt die Zielsetzungen der CDU konkretisieren und zukünftig konsequent durchsetzen. Dabei traue ich auch Frau Kramp-Karrenbauer zu, die CDU zusammenzuhalten und sogar die Kanzlerkandidatur zu übernehmen. Allerdings bin ich ein wenig auf Friedrich Merz festgelegt. Merz ist ein Kandidat von hoher wirtschaftlicher Kompetenz. Daraus wächst auch eine hohe soziale Verantwortung“, erklärte Ingo Brohl auf eine entsprechende Frage.

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Letzteres sah ein Besucher jedoch völlig anders: „Merz kann zwar als Kapitalist eine Firma leiten, hat aber keine politische Erfahrung“, argumentierte er gegen das derzeitige Vorstandsmitglied des internationalen Vermögensverwalters Blackrock, was mit einem deutlichen Widerspruchsgemurmel im Saal beantwortet wurde. „Ich denke, die Angst vorm ‚bösen Merz‘ ist nicht gerechtfertigt. Er hat lange Zeit sehr erfolgreich mit Angela Merkel zusammen gearbeitet und eine entsprechend große politische Reputation“, stimmte Frank Berger seinem Moerser CDU-Kollegen zu. „Ich selber werde aber wohl für Frau Kramp-Karrenbauer stimmen.“

Für ihn gehe es bei der ganzen Sache weniger um die Person, als nach der nächsten Bundestagswahl wieder den Kanzler zu stellen und die Geschicke dieses Landes zu führen.

In diesem Sinne hoffte er zum Abschluss des Abends genau wie Ingo Brohl, dass alle drei Kandidaten, auch die beiden Verlierer, in der nächsten Zukunft in guter Gemeinsamkeit an den wichtigen Fragen wie Familie, Digitalisierung und Erneuerung der Infrastruktur, sowie Migration und Rechtsstaatlichkeit arbeiten werden.

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