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Moers: Café Z gibt den Moersern einen Raum

Theater und Soziales in Moers : Café Z gibt den Moersern einen Raum

Das vom Moerser Schlosstheater initiierte Projekt „Das W – Zentrum für urbanes Zusammenleben“ hat eine neue Projektkoordinatorin: Janna Hüttebräucker ist Kulturmanagerin aus Düsseldorf. Sie freut sich auf den Dialog.

Es war ein Start unter erschwerten Bedingungen: Als Janna Hüttebräucker am 1. April die Koordination des vom Schlosstheater Moers initiierten Projektes „Das W – Zentrum für urbanes Zusammenleben“ von Judith Schäfer übernahm, hatte die Corona-Pandemie das gesellschaftliche Leben auch in Moers längst heruntergefahren: Die Angebote aus den Bereichen Performance, soziale Aktion und Installation mussten vorerst auf Eis gelegt, der Betrieb im Café Z im Wallzentrum eingestellt werden. Die 27-jährige Kulturmanagerin aus Düsseldorf schreckte dies nicht ab.

„Die aktuelle Situation macht uns allen bewusst, wie sehr ein realer Ort des Zusammenlebens und des Austausches gebraucht wird. Das W bietet ein Konzept für die heutige Zeit mit ihren gesellschaftlichen Veränderungen“, sagt sie. Es eröffne Räume, in denen Menschen zusammenkommen und diskutieren könnten, wie sie in einer offenen und demokratischen Welt leben möchten. „Die Möglichkeit, einen Teil des Zusammenlebens in dieser Stadt mitgestalten zu können, hat mich gereizt.“ Ihre Vorgängerin Judith Schäfer hat das Schlosstheater verlassen, um sich eigenen künstlerischen Projekten in ihrer Heimatstadt zu widmen.

Janna Hüttebräucker stammt ursprünglich aus dem Sauerland. Das lebendige Kulturleben im Ruhrgebiet habe sie immer schon begeistert, sagt die 27-jährige Düsseldorferin, den Master in Kulturmanagement absolvierte. „Es passiert dort so wahnsinnig viel.“ Ihr beruflicher Weg führte sie zunächst in den Journalismus. Ein Praktikum am Theater Bonn weckte jedoch den Wunsch, im kulturellen Bereich zu arbeiten. Nach dem Studium war sie in Theater- und Jugendkulturprojekten in der Region und in solchen, die sie bis ins Ausland geführt haben, tätig. „Ich habe zuletzt im Umkreis von Köln für ein Jahr ein interdisziplinäres Theaterprojekt mit Jugendlichen realisiert. Wir haben ein Stück gemeinsam entwickelt und uraufgeführt“, berichtet Janna Hüttebräucker. Auf das Projekt „W – Zentrum für urbanes Zusammenleben“ wurde sie durch die Stellenausschreibung aufmerksam. Sie traf sich mit Ulrich Greb, Intendant des Schlosstheaters und „W“-Initiator, zum Gespräch. „Es passte gut“, sagt sie. Auch, weil das Kulturmanagement als Schnittstelle zwischen Kunst und Kultur sowie der Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern angesiedelt ist.

„Ich finde die Kombination, die das Projekt bietet, spannend: Wir verbinden Theater und Performance mit den Bereichen Soziale Aktion und Installation. Kooperationspartner sind der SCI Moers und die Hochschule Niederrhein mit dem Fachbereich Design“, erzählt sie und verweist auf das Konzept des Schlosstheaters. „Es geht in die Stadt und greift die Themen auf, die die Bürger berühren und umtreiben. So kann Kultur auch sozialen Initiativen einen Raum anbieten“, findet Janna Hüttebräucker. Moers muss die 27-Jährige zwar noch kennenlernen. „Der unverstellte Blick und die Neugier auf die Stadt können aber auch von Vorteil sein“, sagt sie.

Projektideen hat sie mit nach Moers gebracht, tatsächlich gehe es vor allem darum, die Ideen und Wünsche der Bürger aufzugreifen und diese in einem Prozess zu entwickeln: „Wir würden gerne Urban Gardening und ein Repair-Café auf die Beine stellen. Doch Corona erschwert uns im Augenblick die Planung“, erläutert die neue Projektkoordinatorin. Veranstaltungen des „W“ sind aufgrund der Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus zurzeit vor allem auf den digitalen Raum beschränkt. Interessierte können aktuell zum Beispiel auf der Homepage des „W“ das gerade erst uraufgeführte Schlosstheater-Hörspiel „Nischen. Eine hörbare Stadtrauminszenierung“ erleben.

„Die Inszenierung war ursprünglich als Audio-Walk durch das Wallzentrum geplant“, sagt Janna Hüttebräucker, die zurzeit wie viele andere im Homeoffice arbeitet. „Ich freue mich darauf, mit den Moersern bald vor Ort im Dialog zu sein.“