Moers: Bürger diskutieren über Hochstraß

Moerser Stadtteil : Hochstraß – wo geht’s hin?

Die CDU hatte zu einem Gedankenaustausch über den Stadtteil eingeladen. Themen waren unter anderem die Situation im Ladenbereich entlang der Kirschenallee und fehlende nächtliche Beleuchtung.

„Reden wir!“ So heißt eine neue Veranstaltungsreihe des Moerser CDU-Stadtverbandes, bei der sich Bürger sowohl zu landesweiten politischen Entwicklungen, aber auch zu Fragen innerhalb ihres kommunalen Umfeldes äußern können. In diesem Zusammenhang hatte die Moerser CDU-Stadtverbandsvorsitzende Petra Kiehn jetzt ins Pfarrzentrum St. Marien ihres Wahlkreises Hochstraß eingeladen. Unter dem Motto „Unsere Heimat. Unsere Werte“, sollten die Besucher dabei die Möglichkeit erhalten, über gute und weniger angenehme Veränderungen innerhalb ihres Stadtteils zu berichten – und zu Letzteren kreative Lösungsvorschläge vorzubringen.

Ursprünglich war auch Bürgermeister Christoph Fleischhauer als Gesprächspartner eingeladen. Der hatte seine Teilnahme aber absagen müssen, weil sich alle städtischen Angestellten angesichts der anstehenden Europa-Wahl am 26. Mai  zu einem öffentlichen politischen  Auftrittsverbot verpflichtet haben. Petra Kiehn übernahm die Moderation an diesem Abend deshalb kurzerhand alleine.

Gleich zu Anfang ging es um die durch neue Schilder geschaffene, Parksituation in einem Teil der Lindenstraße. Diese, so meldete sich eine Besucherin, mache nicht nur die Bürgersteige für Leute mit Kinderwagen und Rollatoren zu eng, sondern könne eventuell auch Kranken- und Feuerwehrfahrzeuge an einer lebensnotwenigen  Durchfahrt hindern.

Ein weiterer Punkt, der den Bürgern aus Hochstraß auf der Seele brannte, war die Situation im Ladenbereich der Kirschenallee. Was diese betrifft, wurde vor allem bemängelt, dass Passanten oft durch die auf den Bürgersteigen platzierten Verkaufsstände der Geschäfte zu Ausweichmanövern auf die Straße gezwungen seien. Ein anderer Besucher sprach eine nicht minder gefährliche Verkehrssituation  rund um den örtlichen St.-Marien-Kindergarten an. Auch die seit langer Zeit an der Römerstraße stattfindenden Bauarbeiten und die damit verbundenen Parkplatzprobleme in den angrenzenden  Wohnstraßen waren ein Diskussionspunkt, ebenso wie die neuerdings aus dem Meerbecker Neubaugebiet vermuteten unangenehmen Kanalgerüche.

Des Weiteren ging es an diesem Abend um die Zukunft des Geländes der ehemaligen Tannenberg-Schule, um die demnächst anstehende Umsatzbesteuerung von kirchlichen Veranstaltungen und um die fehlende nächtliche Beleuchtung im Stadtteil. „Ich habe die Stadt im letzten Jahr über eine am Grund  total verrrostete Laterne informiert“, berichtete eine junge Frau. „Daraufhin ist man gekommen und hat die Laterne abgesägt, aber seither nicht wieder erneuert.“ „Ich bin geblendet von der Dunkelheit hier“, bekräftigte ein anderer Besucher sarkastisch die Bemerkung seiner Vorrrednerin.

Nach diversen anderen Klagen, etwa über die „Verunstaltung von bisher teuer historisch erneuerten Zechenhäusern durch individuelle Vorbauten“, endete der Abend für die Moerser CDU-Stadtverbandsvorsitzende mit einer Menge künfig im Stadtrat vorzubringender politischer Baustellen. Petra Kiehn versprach, sie alle in drei Monaten bei einer erneuten Versammlung in Hochstraß zu thematisieren.

Mehr von RP ONLINE