1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Moers: Bilanz eines stürmischen Wochenendes.

Sturmeinsätze in Moers und Umgebung : Bilanz eines stürmischen Wochenendes

Feuerwehr und Polizei hatten alle Hände voll zu tun. In Rheurdt drohte ein Baum auf einen Gastank zu stürzen. Warnung vor dem Betreten der Wälder.

Das Sturmtief „Zeynep“ hat in Moers und Umgebung für deutlich mehr Arbeit gesorgt als das Sturmtief Ylenia zuvor. Bis Samstagabend musste die Feuerwehr Moers zu 70 Einsatzstellen ausrücken. Meist mussten abgedeckte Dächer gesichert, Bäume oder Äste von Straßen und Gehwegen entfernt werden. Verletzt wurde niemand.

In Moers-Schwafheim stürzte Am Domacker ein Baum auf einen geparkten Pkw. Auf der Straße Im Meerfeld wurden große Teile der Dacheindeckung einer Lagerhalle auf die Straße geweht. Ebenso fiel das Dach eines Gartenmarktes auf der Franz-Haniel-Straße fast vollständig den Sturmböen zum Opfer.

Auf der Tersteegenstraße musste großflächig gelöste Dachpappe eines Wohnhauses gegen weiteres Herabstürzen gesichert werden. Teilweise mussten Arbeiten mit der Drehleiter wegen starker vorübergehend eingestellt werden. Die Essenberger Straße wurde in Abschnitten komplett gesperrt. Dort hatten sich an mehreren Häusern Dachziegel gelöst und waren auf die Fahrbahn gefallen. Römerstraße und Königsberger Straße waren mehrfach von umgestürzten Bäumen blockiert, an der Bahnstrecke Duisburg-Moers drohte ein Baum auf die Hochspannungsleitung zu stürzen.

  • An der Breiten Straße war ein
    Schäden in Hilden und Haan : Sturm entwurzelt dutzende Bäume
  • Sturmbilanz im Kreis Viersen : Was „Zeneyp“ im Kreis Viersen anrichtete
  • Der Besuch von Wäldernnach den beiden
    Warnung für das Bergische Land : Warnung: Nach den Stürmen bloß nicht in den Wald gehen

Zwischenzeitlich wurde die Feuerwehr auch noch wegen eines Elektroanlagenbrands ins Gewerbegebiet Hülsdonk gerufen. An der Kreuzung Dr.-Berns-Straße/Bullermannshof gab es außerdem einen Verkehrsunfall mit drei Verletzten Personen.

In Rheurdt-Neufeld musste sich die Feuerwehr am Samstagmorgen um eine massive Mauer zwischen zwei Gärten kümmern, die umzufallen drohte. Durch den böigen Wind hatte sich die Mauer bereits geneigt. Die Feuerwehr sicherte die Mauer und setzte einen hydraulischen Rettungszylinder ein, um sie in ihre Ursprungsstellung zu drücken. Unter Einsatz von Paletten und zurechtgeschnittenen Kanthölzern wurde die Mauer abschließend stabilisiert. Die Eigentümer sollen sie nun zeitnah durch eine Baufirma abreißen lassen.

Brenzlig wurde es gegen 13.40 Uhr: Ein etwa 30 Meter hoher Baum auf dem Landwehrweg in Rheurdt neigte sich gefährlich in Richtung eines Wohnhauses und eines Propangastanks. Ein Baumfällunternehmen war bereits vor Ort. Da jedoch eine beachtliche Gefahr bestand, wurde die Feuerwehr hinzugeholt. Gemeinsam mit einer weiteren, örtlichen Fachfirma wurde zunächst ein hinderlicher Baum im näheren Umfeld gefällt. Dann wurde der gekippte Baum mithilfe von Seilwinden und eines Traktors so gesichert, dass er gefahrlos immer weiter angesägt und schließlich passgenau auf einem Feld zu Fall gebracht werden konnte.

Die Polizei im Kreis war von Freitag bis Samstagmorgen insgesamt 194 wetterbedingt im Einsatz. Dabei ging es um Gefahrenstellen durch umgestürzte Bäume, losgelöste Plakatwände und Solarmodule sowie herabfallende Dachziegel. Aufgrund der besonderen Witterungslage kam es zudem im Kreis zu acht Verkehrsunfällen. Eine Person wurde dabei leicht verletzt.

Die Niag stellte den Verkehr ihrer Busse am Freitagabend ein, ab Samstagmorgen waren die Linienbusse aber wieder unterwegs. 

Der Landesbetrieb Wald und Holz warnte am Sonntag dringend davor, Wälder nach den Stürmen zu betreten. Es bestehe die Gefahr, durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste verletzt oder getötet zu werden. Viele Waldwege seien durch umgestürzte Bäume versperrt und nicht passierbar. Der Versuch sie zu überklettern sei lebensgefährlich: „Ineinander verkeilte Äste und Stämme stehen häufig unter Spannung, die sich spontan oder durch das Überklettern lösen kann. Selbst dünne Stämme werden dann zu tödlichen Katapulten.“

Weil der Boden durch Regen aufgeweicht sei, könnten Bäume zudem leichter umfallen. „Zahlreiche Bäume sind nach dem Sturm angeknackst oder liegen mit halb herausgerissenem Wurzelteller auf anderen Bäumen. In den Baumkronen verkeilte Äste können auch später noch hinabfallen“, teilte der Landesbetrieb Wald und Holz weiter mit.

(RP)