Moers: Moers bekommt eine Blumenwiese für Bienen

Moers: Moers bekommt eine Blumenwiese für Bienen

Bürgerantrag hat Erfolg: Nächstes Jahr sollen auf 1200 Quadratmetern 30 verschiedene Blumenarten blühen.

Die abnehmende Artenvielfalt und der damit verbundene Rückgang von Wildblumen-, Insekten- und Vogelbeständen ist ein aktuelles Thema, das auch in Moers heiß diskutiert wird. Immer mehr Flächen werden asphaltiert, Gärten und Vorgärten werden zu Betonwüsten und die Flora und Fauna, die so wichtig für unser Klima ist, hat das Nachsehen. Einem Moerser ist das besonders aufgefallen und er hat reagiert:

Michael Jansen fiel auf seinen regelmäßigen Laufrunden auf, dass er innerhalb eines Radius von etwa fünf Kilometern kaum grüne Wiesen passiert. Ein Fernsehbeitrag über das Bienensterben gab dann den Anstoß, sich bei der Stadt zu melden: "Ich schrieb eine E-Mail, in der ich vorschlug, geeignete Flächen durch ehrenamtliche Hilfe in Blumenwiesen umzuwandeln. Dass ich damit einen offiziellen Antrag nach Paragraph 24 der Gemeindeordnung eingereicht hatte, war mir in dem Moment nicht klar. Aber als dieser dann angenommen wurde, merkte ich, wie einfach es ist, etwas, das einem am Herzen liegt, zu erreichen. Das Projekt macht mir einfach Spaß!"

  • Moers : Alle Martinszüge in Moers auf einen Blick

In Zusammenarbeit mit dem THW, bei dem Michael Jansen Mitglied ist, Landwirten aus der Umgebung und der Stadt, wurde eine geeignete Grünfläche an der Essenbergerstraße Kreuzung Kronprinzenstraße gefunden, die mit 1200 Quadratmetern eine optimale Größe hat und momentan für die neuen grünen Bewohner vorbereitet wird. Dass es dabei mit Blumensamensähen nicht getan ist, wissen Jürgen Sommerfeld und Hans-Peter Hilger vom Fachdienst Grünflächen und Umwelt: "Das Ganze ist ein komplexes Thema. Der Boden muss erst einmal über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig mit dem passenden Gerät umgepflügt werden, um Unkraut zu vermeiden. Im Herbst wird dann das Saatgut verteilt. Etwa 30 verschiedene heimische Blumenarten haben dann die optimalen Voraussetzungen zu wachsen."

Doch das Pilotprojekt ist erstmal nur ein Versuch. Schnecken, Kaninchen oder Tauben könnten das Gelingen des Vorhabens verhindern. Aber die Beteiligten sind sich sicher, dass dieser Versuch es wert ist, durchgeführt zu werden. Sie hoffen auf die Hilfe der Anwohner und anderer Bürger. Und das nicht nur bei dem Projekt selbst: Mit eigenen Blumenwiesen zu Hause können alle mithelfen das Stadtklima weiter zu verbessern und das Bienensterben aufzuhalten. Auf der Seite moerser-blumenwiesen.de kann man sich informieren und mit Michael Jansen in Kontakt treten.

(lco)
Mehr von RP ONLINE