Moers: Beeindruckendes Spiel von Orgel und Kammerorchester

Konzert in der Stadtkirche Moers : Beeindruckendes Spiel von Orgel und Orchester

Das „Niederrheinische Kammerorchesters Moers“ hat zum diesjährigen „Herbstkonzert“ in die evangelische Stadtkirche geladen, um dort Kompositionen für Orgel und Streichorchester aufführen zu können.

Dabei standen insbesondere Werke aus Frankreich im Mittelpunkt, wo die Orgelmusik des 19. Jahrhunderts durch die strenge Säkularisierung unter Napoleon weit weniger sakral geprägt ist, sondern, anders als in Deutschland, vielmehr weltliche und konzertante Züge trägt. Eröffnet wurde das Konzert aber mit dem „Adagio für Streicher“ des französischen Komponisten Guillaume Lekeu. Im Alter von neun Jahren zog Lekeu mit seinen Eltern, die seine große musikalische Begabung erkannten und förderten, nach Frankreich, wo er im Jahr 1889 Schüler von César Franck am Pariser Konservatorium wurde. Als César Franck nur ein Jahr später an den Folgen eines Unfalls starb, verarbeitete Lekeu den Tod seines Lehrers in seinem „Adagio für Streicher“, das er 1891 komponiert und seinem Meister widmete. Das Orchester spielte das wehmütige Adagio unter der Leitung von Dirigent Michael Preiser mit klanglicher Transparenz und großer Expressivität. Beim anschließenden „Konzert g-Moll für Orgel, Streicher und Pauken“ von Francis Poulenc war dann auch der ausgezeichnete Organist Heinz-Peter Kortmann zu hören, der seit November 2016 Kantor der Gemeinde St. Cyriakus in Hüls ist. Francis Poulenc gehörte zur Gruppe „Les Six“ unter Eric Satie, die sich für Jazz, zeitgenössische Formen der Unterhaltungsmusik und den Dadaismus interessierte. Allerdings litt Poulenc zeitlebens auch an starken Depressionen. Dieser Dualismus von Freude und Trauer findet sich auch in dem „Konzert für Orgel, Streicher und Pauke“ wieder, das im Jahr 1939 mit dem Komponisten Maurice Duruflé an der Orgel uraufgeführt wurde. Der Organist und das Orchester arbeiteten den stetig wechselnder Charakter und die unterschiedlichen Tempi der einsätzigen Komposition differenziert heraus. Nach dem kunstvollen „Adagio und Fuge c-Moll für Streicher KV 546“ von Wolfgang Amadeus Mozart, sowie dessen beiden Kirchensonaten „Es-Dur KV 67“ und „C-Dur KV 336“ für Orgel und Streicher, bei denen der Übergang vom Barock zur Klassik deutlich hörbar ist, endete das abwechslungsreiche Konzert schließlich mit der „Suite G-Dur für Streicher und Orgel“ von Ottorino Respighi.

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