1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Moers: Bauern befürchten dritten Dürre-Sommer in Folge.

Zu wenig Regen : Trockenheit macht Landwirten Sorgen

Heinz-Peter Leimkühler sieht die negativen Folgen des Klimawandels. Staubtrocken sind die Felder am Niederrhein. Der Moerser Landwirt sieht nach 2018 und 2019 den dritten trockenen Sommer in Folge aufziehen.

„Der Regen, der da war, hat nicht gereicht. Der Regen, der kommt, reicht auch nicht.“ Heinz-Peter Leimkühler sieht den Klimawandel in Deutschland angekommen. „2018 war ein Hitzesommer wie 2019“, sagt der Moerser Landwirt und Vorsitzende der Ortsbauernschaft Repelen. „Dieses Jahr kündigt sich der nächste Hitzesommer an. Ein Sommer kann schon einmal heiß und trocken sein. Aber wenn drei Sommer hintereinander heiß und trocken sind, ist das keine Einmalerscheinung. Dann hängt es mit dem Klima zusammen, das sich verändert.“

Die Trockenheit ist ein Phänomen, das nicht überall in Deutschland zu finden ist, weiß Leimkühler aus Berichten in landwirtschaftlichen Magazinen, die er aufmerksam verfolgt. „In manchen Teilen Süddeutschland ist in diesem Jahr genügend Niederschlag gefallen, zum Beispiel im niederbayerischen Passau“, berichtet der 58 Jahre alte Moerser. „Am Niederrhein aber deutlich weniger.“ In den nächsten Tagen soll es richtig heiß werden. Mit Regen sei nicht zu rechnen.

So haben die Landwirte zwei Möglichkeiten. Die erste: Sie verzichten auf eine Bewässerung. Dann gehen ihre Erträge zurück. „Beim Ackergras habe ich weniger als die Hälfte wie sonst geerntet“, sagt Leimkühler. „Das Gras wächst langsamer. Das wissen alle, die einen Garten haben. Wenn die Böden leicht sind, also viel Sand enthalten, ist der Rückgang besonders stark. Wenn die Böden schwer sind, also viel Lehm enthalten, ist er weniger stark.“

Die zweite Möglichkeit: Die Landwirte bewässern ihre Äcker und Wiesen. „Das kostet Zeit und Geld“, berichtet der staatlich geprüfte Landwirt. „Einmal zu beregnen, schlägt mit 250 Euro je Hektar zu Buche.“ Bei einer Beregnung fließen 30 bis 40 Liter auf einen Quadratmeter, die der Hälfte des Volumens entsprechen, die in einem Monat normalerweise als Regen fallen. Die Kosten entstehen für Maschinen und Energie, um Grundwasser zu pumpen und auf die Äcker zu bringen.

„Wenn Landwirte Getreide oder Mais anbauen, lohnt sich eine Bewässerung“, weiß Heinz-Peter Leimkühler. „Gras darf nicht bewässert werden, weil es nicht bewässerungswürdig ist.“ Da weniger Gras geerntet wird und damit weniger Heu auf den Markt kommt, steigt zurzeit der Preis. „Rindviehstarke Betriebe bekommen Probleme“, sagt der Moerser Landwirt, der seinen Betrieb östlich der Halde Pattberg zum Jahresbeginn komplett auf die Pferdehaltung umgestellt hat.

„Aber auch Landwirte, die Getreide oder Mais anbauen, haben es nicht leicht. Der Preis für Weizen ist mit 14 Euro konstant, obwohl die zusätzliche Bewässerung zu bezahlen ist. Der Mais müsste jetzt schon einen halben Meter hoch sein. Aber er ist nur ein kleines Pflänzchen.“ Leimkühler muss nicht lange überlegen, um die dadurch bedingten Folgen zu benennen. „Die Ernte im Spätsommer fällt schlechter aus.“ Und für den Verbraucher heißt das zwangsäufig: die Produkte werden teurer.