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Moers-Asberg: Wo Narren Wörschkes und Eier sammeln

Kleinfastnacht in Asberg : Wo Narren Wörschkes und Eier sammeln

2015 hat die Bürgergemeinschaft Asberg den Brauch wiederbelebt, zu Kleinfastnacht durch den Südosten der Grafenstadt von Haustür zu Haustür zu ziehen. Diesmal war es so sonnig wie noch nie.

Frank Eichholtz hat schon kühlere Temperaturen zu Kleinfastnacht erlebt. „Oft ist es kalt, wie im letzten Jahr“, erzählt der Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Asberg. „Da muss man sich warm anziehen. Man freut sich über jeden Raum, wo man sich aufwärmen kann.“ Weil es an diesem Samstag vor dem Nelkensamstag morgens schon so warm ist wie im Frühling, kann er sich als Seargant Pepper verkleiden, wie Beatle John Lennon für das gleichnamige Album aus dem Jahr 1967. Schließlich will er in seiner rosaroten Offiziersuniform auch singen, allerdings nicht „Penny Lane“, sondern das Asberger Wörschkes- und Eierlied.

Von Anfang an, seit 2015, ist Eichholtz beim Wörschkes- und Eiersammeln dabei, bei dem närrische Asberger singen, wenn sie sieben Stunden lang von Tür zu Tür laufen, um Würstchen und Eier zu sammeln, die sie abends beim gemeinsamen Kleinfastelabend in Haus Engeln verzehren.

„Es ist ein schöner Brauch“, meint Jörg Thiel, als dort um 11.11 Uhr die Narren starten, gut 20 ins Burgfeld und gut 20 zum Asberger Ortskern. Thiel ist Mitglied des Garde Corps Moers und jedes Jahr seit der Wiederbelebung dabei. Heute singt er als Pirat, das erste Mal vor einem Einfamilienhaus an der Römerstraße, das mit bunten Ballons geschmückt ist. Diese Ballons sind ein karnevalistisches Zeichen, das von der Asberger Bürgergemeinschaft gewünscht war. Die Asberger wussten davon durch 5000 Flugblätter, die von Aktiven der Bürgergemeinschaft an alle Haushalte im Moerser Südosten verteilt wurden.

Nachdem die Tür geöffnet ist, intonieren die Jecken das Wörschkes- und Eierlied. Der Hausherr freut sich, bedankt sich mit zwei Portionen Würstchen, die in Folie eingeschweißt sind, und einer Lage Eiern. „Es gibt einige, die beleidigt sind, wenn wir nicht kommen, singen und dreimal Helau rufen“, sagt Bernd Kalbfleisch. „Deshalb klingeln wir überall, wo karnevalistisch geschmückt ist.“ Er ist Vorsitzender des Gardemusikzuges Blau-Weiß und ebenfalls als Pirat verkleidet. Außerdem organisiert er federführend das Wörschkes- und Eiersammeln mit, bei dem diesmal etwas weniger Narren als 2018 mitziehen, als das Prinzenpaar Nobbi I. und Tina I. mit seiner Crew für einen Rekord sorgte.

Die Narren singen bei der Lotto-, Tabak- und Postagentur von Monika Nellen das nächste Mal ihr Lied. „Toll, dass es so etwas hier gibt“, freut sich Heino Nellen. Er und seine Frau bedanken sich mit einem Trinkgeld, obwohl beim Sammeln eigentlich nur Naturalien erlaubt sind. „Wir haben lange in Alpen gelebt und sind erst im letzten Jahr wieder nach Asberg gezogen“, begründet Heino Nellen die ungewöhnliche Gabe. „Das nächste Mal wissen wir Bescheid.“