Moers: 13-Jähriger mit Messer lebensgefährlich verletzt - Polizei sucht Zeugen

Polizei sucht Zeugen: 13-Jähriger auf Schulweg in Moers mit Messer angegriffen

Ein oder mehrere Unbekannte sollen am Donnerstagmorgen in Moers einen 13-Jährigen mit einem Messer angegriffen haben. Der Junge war auf dem Weg zur Schule. Er wurde lebensgefährlich verletzt. Die Hintergründe sind unklar.

Laut Polizei griffen der oder die Täter den Jungen irakischer Herkunft gegen 7.30 Uhr im Bereich der Jahnstraße/Zwickauer Straße im Stadtteil Meerbeck an. Der genaue Tatort ist noch unklar, die Polizei führt derzeit Hausbefragungen durch. Die Täter flüchteten nach dem Angriff.

Der Junge sei noch selbst nach Hause gelaufen und habe die Polizei alarmiert. Ein Rettungswagen brachte ihn anschließend ins Krankenhaus. Er hatte Verletzungen am Oberkörper erlitten und musste operiert werden. Derzeit schwebt er nach Angaben der Polizei in Lebensgefahr, ist aber stabil.

Das Duisburger Kriminalkommissariat 11 hat eine Mordkommission eingerichtet. Die Ermittler suchen Zeugen, die zwischen 7.20 Uhr und 7.35 Uhr im Bereich Jahnstraße / Zwickauer Straße verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Hinweise werden unter der Telefonnummer 0203 280-0 oder von jeder anderen Polizeidienststelle entgegen genommen.

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Meerbeck ist eine von vielen kleinen Zechenhäusern geprägte ehemalige Bergarbeiter-Siedlung. Rund 9000 Einwohner leben dort, davon sind mehr als 30 Prozent ausländischer Herkunft. Der Stadtteil ist zum Teil von Leerständen geprägt und kämpft seit Jahren mit Strukturproblemen. Während das Moerser Zentrum spielhallenfrei ist, finden sich entlang der Zwickauer Straße zum Beispiel fünf Spielhallen auf engstem Raum.

Insgesamt sei die Gemengelage vor Ort nicht optimal, sagt Ratsfrau Anja Reutlinger (SPD), die in Meerbeck ihren Wahlkreis hat. Die Stadt Moers hat deshalb ein Handlungskonzept aufgelegt, das den Stadtteil für die Zukunft wieder nach vorne bringen soll und derzeit umgesetzt wird. Seit einem Jahr ist auch Stadtteilmanager Jens Franken mit einem Stadtteilbüro vor Ort.

Sowohl Franken, als auch Reutlinger betonen dennoch, Meerbeck sei keinesfalls eine No-Go-Area. "Im Gegenteil", sagt Franken. "Den nachbarschaftlichen Zusammenhalt empfinde ich in Meerbeck als auffallend gut. Das ist tatsächlich ein Stadtteil, in dem die Kinder noch draußen in den Gärten toben. Dort verkriecht sich niemand in den eigenen vier Wänden."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Spurensuche nach Messerangriff auf 13-Jährigen

(lsa)