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Mobilität in Moers von morgen: Nicht schneller – besser!

Verkehr in Moers : Mobilität von morgen: Nicht schneller – besser!

Wie mobil wollen wir in Zukunft sein? Darum soll es in einer neuen Serie gehen. Dabei schauen wir über die Pendlerhauptstadt Moers hinaus.

Mobilität bedeutet viel: Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung – aber eben auch jede Menge Probleme für Mensch und Umwelt. In Zukunft wird es deshalb immer häufiger darum gehen, nicht das Höchsttempo als das Maß aller Dinge zu betrachten, sondern die Art der Fortbewegung. Entscheidend wird sein, wie wir – qualitativ gesehen – am besten ans Ziel kommen. Also wirklich besser, nicht schneller. Mobilität beginnt dabei im Kopf. Trotzdem kreist Stadtplanung heute immer noch viel zu sehr ums Auto. Buslinien sind oft nicht und nur schlecht aufeinander abgestimmt, das Radwegenetz ist ein Flickwerk.

Moers zum Beispiel redet über neue Parkplätze unter dem Kastellplatz und am Königlichen Hof, eine Sperrung des Neuen Walls und einen Umgehungsring im Norden, eine Homberger Straße, auf der Fußgänger wie auch Autofahrer unterwegs sind. Sicher ist: In Zukunft werden wir (wieder) mehr mit dem Rad fahren und zu Fuß gehen. Elektromobilität wird eine immer größere Rolle spielen und für die kurzen Strecken ist das (E-)Fahrrad eine echte Option. Diese neue Liebe ist am Niederrhein schon beobachtbar. Wie mobil wollen wir in Zukunft sein? Darum soll es in unserer neuen Serie gehen. Dabei schauen wir selbstverständlich über den Rand der Pendlerhauptstadt Moers hinaus. Was den Radverkehr betrifft, gibt es schon mal gute Nachrichten: Der Regionalverband Ruhr (RVR) sieht im Westen der Region – also im Kreis Wesel, in Duisburg, Oberhausen, Mülheim und Bottrop – Möglichkeiten für Radschnellverbindungen von insgesamt 143 Kilometern Länge. Eine dieser Turbo-Routen, über die künftig mehr als 2000 Radfahrer pro Tag rollen sollen, könnte auf der Strecke von Duisburg über Moers nach Kamp-Lintfort entstehen. Der geplante Radschnellweg 1 (RS1) durchs Ruhrgebiet würde somit verlängert. Die Planer sehen nämlich gerade in der Anbindung der Hochschule Rhein-Waal Potenzial.

Hinzu kommt, dass demnächst 4500 Schüler auf dem Berufsschulcampus-Gelände in Moers zur Schule gehen. Das sind fast doppelt so viele Studenten, wie an der Hochschule in Kamp-Lintfort studieren. Der Niederrhein wird damit zum Hotspot für berufliche Ausbildung und Studium. Heißt: Noch viel mehr Menschen als heute schon müssen demnächst bewegt und vernetzt werden. Die Stadt Moers fordert bekanntlich eine baulich vernünftige Anbindung an den Radschnellweg über die neue A40-Brücke und Rad-Trassen, die die Wir-4-Standorte miteinander verbinden. Aber – reicht das?

Auch die Wiederbelebung einer alten Bahntrasse ist noch nicht vom Tisch. Aus allen politischen Lagern gibt es die vernehmbare Forderung nach einer nachhaltigen Nutzung der Strecke vom Moerser Bahnhof zum Campus und weiter bis nach Neukirchen-Vluyn. Nachgedacht wird aber auch über Alternativen. Warum die Trasse nicht asphaltieren und als schnelle Verbindung für Radfahrer, E-Biker oder Elektrobusse nutzen? Was halten Sie von dieser Idee? Und: Wie sieht „Ihre“ Mobilität der Zukunft aus? Schreiben Sie uns gerne an
redaktion.moers@rheinische-post.de