Moers: Mit Skandal und Schickeria

Moers: Mit Skandal und Schickeria

Die Spider-Murphy-Gang tritt morgen in Moers auf. RP-Redakteur Christian Schroeder sprach mit Günther Sigl (61), Gründungsmitglied und Sänger der Kultband aus München.

Herr Sigl, sind Sie schon mal in Moers aufgetreten?

Günther Sigl Oh, mal überlegen, ich glaube nicht. Aber in Duisburg waren wir schon. Wir waren schon in soooo vielen Orten. Eigentlich kennen wir jede Autobahnausfahrt in Deutschland. Auch heute sind wir noch viel unterwegs zu Konzerten, etwa 100 Mal im Jahr.

Was ist anders als früher in den 80ern?

Sigl Wir sind ruhiger, hetzen keinem Manager mehr hinterher. Die Spider-Murphy-Band produziert auch nur noch sporadisch neue eigene Songs. Aber wenn wir auf der Bühne stehen und „Skandal“ oder „Schickeria“ spielen, dann ist das auch heute fast wie in der Hochzeit der Neuen Deutschen Welle – weil wirklich jeder Zuhörer, egal wie alt, mitsingen kann, und die Stimmung super ist.

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Verlässt die Spider-Murphy-Gang sich bei Auftritten nur auf die Hits von damals?

Sigl Bei Auftritten wie morgen in Moers spielen wir tatsächlich überwiegend das Repertoire von damals. Aber es gibt mittlerweile auch eine Unplugged-Konzertreihe. Da treten wir etwa in Klöstern oder vergleichbaren Orten auf, ich erzähle Geschichten von früher, und das Ganze wird mit nicht-verstärkter Musik vermischt.

Anekdoten von früher? Da gibt’s doch auch die Geschichte(n) mit der 32168-Rufnummer...

Sigl „Unter 32168 herrscht Konjunktur die ganze Nacht“, heißt es da. Wir hatten sichergestellt, dass es die Nummer in München nicht gibt – aber Lied und Textzeile wurden so populär, dass deutschlandweit Scherzbolde die Telefonnummer ausprobierten, nach „Rosi“ fragten und somit viele Telefonbesitzer mit der Nummer „32168“ belästigten. Wir als Band haben dann damals ganz oft die Kosten für Nummern-Änderungen übernommen.

(RP)
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