Duisburg: Mit Rädern Waisen in Rumänien helfen

Duisburg: Mit Rädern Waisen in Rumänien helfen

Über den Verkauf von Fahrrädern und die Einrichtung einer Reparaturwerkstatt soll elternlosen Jugendlichen eine Perspektive geboten werden. Rund 200 Drahtesel haben Spender für diese Aktion bereits zur Verfügung gestellt.

Rund 200 gebrauchte Fahrräder hortet das Diakonische Werk des Kirchenkreises Moers derzeit in einer Lagerhalle. Sie sind dazu bestimmt, ein ungewöhnliches Hilfsprojekt in Rumänien in die Wege zu leiten. Seit Jahren pflegen die Moerser mit dem Kirchenkreis Királyhágómellék eine Zusammenarbeit. Das neueste Projekt ist die Einrichtung einer Fahrradwerkstatt in der rumänischen Stadt Alesd (RP berichtete).

"Die Erlöse aus der Werkstatt und dem Verkauf von Fahrrädern gehen an ein Waisenhaus", erläutert Egbert Schäffer, Pressesprecher des Kirchenkreises Moers. Der Hintergrund: In Rumänien werden Waisenhäuser kaum vom Staat unterstützt. Neben dem finanziellen Ertrag soll die Werkstatt auch den Jugendlichen der Einrichtung eine Ausbildung bieten.

Durch Aufrufe sind bereits viele Drahtesel aus Duisburg, Moers, Rheinberg und Kamp-Lintfort zusammengekommen - ja, sogar aus Wesel, Goch, Krefeld und dem Emsland. "Vielleicht sind nicht alle schön, manche haben ein paar Rostflecken oder Dellen. Aber alle fahren gut und sind mit Klingeln, Licht und Bremsen so verkehrssicher, dass sie die strengen Kontrollen der Radpolizisten in deutschen Städten locker bestehen könnten", versichert Schäffer. Und Horst Manja, einer der Koordinatoren der Aktion, ist besonders angetan von einer "Rennmaschine" aus dem belgischen Ostende: Der Eigentümer fuhr früher Radrennen.

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"Möglich ist dieser erste, großartige Erfolg in der Startphase des Projekts durch das Engagement vieler Menschen in Deutschland, die bereit waren und sind, zu teilen", sagt Rainer Tyrakowski-Freese vom Diakonischen Werk, das die Aktion initiiert hat. "Dafür ein herzliches Dankeschön."

Als erster Schritt werden die Fahrräder aus Deutschland in Rumänien verkauft. Der Erlös wird verwendet, um die Werkstatt, die in einer alten Dorfschule entsteht, wieder auf Vordermann zu bringen. Etwa 8000 Euro Kosten veranschlagen die Organisatoren. Als zweiter Schritt werden Jugendliche aus Alesd nach Moers kommen, um zu lernen, wie Fahrräder repariert und verkehrssicher gemacht werden.

"Der Bedarf ist geklärt", sagt Horst Manja, einer der Geschäftsführer der Wert.Arbeit GmbH und Aufsichtsratvorsitzender der Tuwas Genossenschaft. Diese Institutionen setzen mit dem Diakonischen Werk das Projekt um. Im Fahrradreparaturbetrieb der Arbeitsloseninitiative "Malz" werden die gespendeten Fahrräder repariert. Für die Gäste aus Rumänien ist das eine Gelegenheit, ihr Handwerk zu lernen.

(RP)
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