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Moers: Mit Pfarrer Bücker durch das Kirchenjahr

Moers : Mit Pfarrer Bücker durch das Kirchenjahr

Der emeritierte Pfarrer von St. Josef in Moers hat ein neues Buch geschrieben: "Kaleidoskop". Eine Lektüre mit Humor und Ernst.

Heinrich Bücker öffnet sein Schatzkästchen. Der emeritierte Pfarrer von St. Josef hat ein neues Buch geschrieben. "Kaleidoskop" nennt er das 136-seitige Werk. Den Titel habe er bewusst gewählt, sagt der geschätzte Geistliche und Verfasser anerkannter und humorvoller Schriften. Er verstehe ihn als Metapher für die Vielfältigkeit menschlichen Lebens, die er bei seiner Arbeit als Seelsorger immer wieder erfahren habe. Priester-Sein war für den heute 78-Jährigen stets eine Herausforderung. Eine interessante Lektüre, die neugierig macht - spannend und fesselnd erzählt.

Die Texte sind auf das Kirchenjahr zugeschnitten. Bücker schaut zurück, klärt und erklärt Bräuche, Gleichnisse, Geschichten und Gegebenheiten im pastoralen Raum ebenso wie im weltlichen Bereich - mit Auslegungen auf die heutige Zeit.

So zum Beispiel erzählt er von dem "Mann vor der Tür", der als Wohnungsloser nach einer Bleibe sucht - und Abend für Abend bei Einbruch der Dunkelheit bei hilfsbereiten Menschen anklopft und um Hilfe bittet - und auch erfährt. Diese Parabel enthält für den ehemaligen Moerser Pfarrer einen tiefen religiösen Aspekt - und er zitiert einen Satz aus der Johannes-Offenbarung: "Ich stehe vor der Tür und klopfe an."

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Der Advent ist für ihn die Zeit der Hoffnung und der Wachsamkeit. Sein Appell geht an die Menschen, Wärme und Hoffnung auszustrahlen und weiter zu vermitteln. Der Autor macht sich Gedanken zum Weihnachtsfest, würdigt die Heilige Nacht in Versen, schildert das Leben der Hirten auf dem Felde - und fragt: Weihnachten - nur noch eine Idylle - nur noch ein Märchen aus alter Zeit? Er kommentiert die Botschaft der Heiligen Drei Könige, erklärt den Sinn der Sterndeutung: Wer suchet, der findet. Er macht aber auch vertraut mit den Wünschen zum Neuen Jahr, mit dem "guten Rutsch" - der der jüdischen Vokabel Rosch nach empfunden ist - und Neuanfang bedeutet.

Selbst in der Geschichte des Äskulapstabs, der auf eine ganz besondere Art auf die Heilkunst verweist, sieht der Kirchenmann eine Verbindung zur Bibel - in der Heiligen Schrift sei die Schlange ebenso als Heilszeichen zu finden. Und er verweist auf die zwingende Opferbereitschaft der heilenden Kräfte. Bücker lässt auch den Karneval nicht aus, spricht über den Rosenmontag, den Stimmungswechsel am Aschermittwoch, den Sinn des Fastens und informiert über den Ramadan. Kritisch sein Beitrag über den "Bischof in Zivil", der dem Volk aufs Maul geschaut und dabei erfahren habe "Wo heute vielen Christen der Schuh drückt."

Dem "Protest aus der rechten Ecke" widmet er ein eigenes Kapitel: Eine lebendige Gemeinde, ein Seelsorgeteam auf dem neuesten Stand und ein engagierten Pfarrer mussten sich einer einzelnen Gottesdienstbesucherin beugen, die die Ansprache einer Laienpredigerin in einer sonntäglichen Eucharistiefeier als kirchenrechtlich unerlaubt einstufte. Der eingeschaltete Bischof gab der Kritikerin Recht - und der zuständige Pfarrer dazu: Jesus hat auch Unerlaubtes getan - und am Sabbat Kranke geheilt. Das Ergebnis sehen wir am Kreuz.

Mit der spaßigen Litanei "Zum Lachen" schließt das Büchlein mit seinen mehr als 120 Einzelgeschichten, das viel Ernstes, aber auch Humorvolles aus dem kirchlichen Leben preisgibt. Seit seiner Pensionierung im Jahre 2011 lebt Heinrich Bücker in Recklinghausen, betreut und hilft dort als Seelsorger in der Pfarrei St. Peter aus.

(h-m)