Moers: Mit Kaffee die Welt verbessern

Moers: Mit Kaffee die Welt verbessern

Die Rheinische Affaire hat jetzt auch Moers erfasst. Nach Xanten, Kalkar und Wesel erobert sie immer mehr Städte am Niederrhein. Die Affaire-Macher sind Engagierte aus Stadtverwaltungen, Vereinen, Weltläden, den Landesnetzwerken in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie Eine-Welt-Promotoren. Sie verbindet die Freude an gutem Kaffee und der Wunsch, etwas für Gerechtigkeit zu tun. Am 15. März 2002 war es dann soweit: Die Rheinische Affaire brachte den Bonn Café auf den Markt.

Inzwischen gibt es die Städtecafés Köln, Bonn, Neuss, Leverkusen, Brühl, Hürth, Neuwied und die Regionalcafés Mittelrhein, Vorgebirge und Westerwald. Vorbild des Rheinlandkaffees war die Ruhrgebietskampagne „Der Pott kocht fair“. Die Affaire nach Moers gebracht hat Hinrich Olsen vom Kirchenkreis Moers. Mitstreiter hat er in Rainer Tyrakowski-Freese, Diakonisches Werk, und Jürgen Voß, Imbse, gefunden, die zusammen das Café Mundo und den Eine-Welt-Laden Mercado auf der Rheinberger Straße betreiben.

Gestern wurde der „Moers Café“ im Kaminzimmer des Schlosses offiziell vorgestellt und den Gästen ausgeschenkt. Bürgermeister Norbert Ballhaus, von Hause aus Teetrinker, fand ihn gelungen. Die Meinung, fair gehandelter Kaffee schmecke bitter und zu stark, trifft auf Moers Café nicht zu.

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Der Kaffee, der zu 100 Prozent aus Bio-Arabicabohnen geröstet wird, ist fair gehandelt. Das bedeutet, dass die Kaffeebauern in Bolivien und Nicaragua für ihren Kaffee garantierte Preise erhalten, die über dem Weltmarktpreisen liegen. Die sind in den vergangenen acht Jahren gefallen, die Kleinbauern in Mittel- und Südamerika erhielten immer weniger für ihre Bohnen, nach Erdöl das zweitwichtigste Exportgut. Während die Erzeuger in den 80er Jahren noch 30 Prozent vom Verkaufspreis erzielten, sind es heute nur noch unter zehn.

Info 250 Gramm, 3,50 Euro, im „Café Moers“.

(RP)
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